Handybildschirm zeigt die Nachricht, dass Parler nicht erreichbar ist. | Bildquelle: CRISTOBAL HERRERA-ULASHKEVICH/EP

Amazon schaltet Netzwerk ab Parler vorübergehend offline

Stand: 10.01.2021 10:41 Uhr

Nach Google und Apple schließt nun auch Amazon das soziale Netzwerk Parler von seinen Diensten aus. Man habe nicht schnell genug auf gewalttätige Inhalte reagiert, hieß es zur Begründung. Parler wird von Trump-Anhängern und Rechten genutzt.

Amazon hat das umstrittene Online-Netzwerk Parler abgeschaltet. Der US-Onlineriese löschte den insbesondere von Rechtsradikalen genutzten Dienst in der vergangenen Nacht aus seinem Cloud-Hosting-Angebot. Damit wird Parler zumindest vorübergehend offline sein, bis das Netzwerk einen neuen technischen Anbieter gefunden hat, schrieb der Gründer von Parler, John Matz. 

Nach dem gewaltsamen Sturm auf das US-Kapitol hatten bereits Google und Apple Parler aus ihren App-Stores verbannt. Parler ist ein soziales Netzwerk, zu dem viele Trump-Anhänger gewechselt sind, nachdem sie von Diensten wie Twitter ausgeschlossen wurden. Twitter hatte am Freitag Trumps privaten Account dauerhaft gesperrt.

Risiko der Anstachelung von Gewalt

In einem Brief an Parler schrieb Amazon, dass das Netzwerk nicht schnell genug gegen gewalttätige Inhalte auf der Plattform vorgegangen sei. "Wir haben eine stetige Zunahme dieser gewalttätigen Inhalte auf Ihrer Website gesehen, die alle unsere Nutzungsbedingungen verletzen", hieß es in dem Schreiben. Angesichts der Ausschreitungen im US-Kapitol am Mittwoch bestehe ein "ernsthaftes Risiko, dass diese Art von Inhalten weiter zur Gewalt anstacheln wird."

Laut Parler-Gründer Matz könnte Parler nun "bis zu einer Woche" nicht verfügbar sein, bis ein anderer Cloud-Anbieter gefunden ist. "Wir werden unser Bestes tun, um sofort zu einem neuen Anbieter zu wechseln", schrieb Matz auf seinem Profil. 

Parler startete im Jahr 2018 und war zunächst eine Heimat für Rechtsextremisten. Seitdem aber Netzwerke wie Facebook und Twitter aktiv gegen Falschmeldungen sowie rassistische und gewaltverherrlichende Inhalte vorgehen, haben Plattformen wie Parler, Newsmax und Rumble Zulauf bekommen. Unter anderem wanderten Unterstützer des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump, die dessen unbelegte Wahlbetrugsvorwürfe glauben, auf die Plattformen ab.

Sturm auf das US-Kapitol

Wütende Trump-Anhänger waren am Mittwoch ins Kapitol in Washington eingedrungen, nachdem Trump sie bei einem Auftritt in Washington mit seinen unbelegten Wahlbetrugsvorwürfen angestachelt und zum Marsch auf den Parlamentssitz aufgerufen hatte. Wegen der Ausschreitungen musste eine Kongresssitzung zur Bestätigung von Joe Biden als Wahlsieger unterbrochen werden. 

Rauswurf bei Apple und Amazon: Alle gegen Parler
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
10.01.2021 08:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Januar 2021 um 11:00 Uhr.

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