Brennender Regenwald im Amazonas | Bildquelle: dpa

"Tag des Amazonas" Kein Ende der Brandrodungen im Regenwald

Stand: 05.09.2020 09:03 Uhr

Trotz Verboten und des Einsatzes von Militär gehen die Brandrodungen im Amazonasgebiet weiter. Brasiliens Präsident Bolsonaro ist für die wirtschaftliche Nutzung der Region und legt sich mit Umweltschützern an.

Brasilien begeht heute den "Tag des Amazonas" und erinnert an die Gründung der gleichnamigen Provinz durch Prinz Pedro II. im Jahr 1850. Währenddessen brennt es im Regenwald weiter. Zwar hatte die brasilianische Regierung im Juli Brandrodungen für 120 Tage verboten und zum Schutz des Gebietes Militär abgestellt. In den ersten Septembertagen registrierte das Weltrauminstitut INPE aber bereits mehr als 1000 neue Feuer. Im vergangenen Monat hatte es mehr als 29.000 Brände gegeben.

Juliana Myazaki von der Gesellschaft für bedrohte Völker sagt, die illegalen Brandrodungen gingen ungebremst weiter. "Die Umweltbehörden wurden entmachtet, Polizeibehörden kontrollieren kaum und Verstöße haben keine Konsequenzen. Es wird entwaldet, das Holz trocknet, dann wird Feuer gelegt. So werden neue Flächen für wirtschaftliche Aktivitäten wie das Agrobusiness frei."

Brasiliens Präsident Bolsonaro | Bildquelle: dpa
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Der brasilianische Präsident Bolsonaro erklärte kürzlich, Regenwald könne nicht brennen.

"Umweltorganisationen sind ein Krebsgeschwür"

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte angekündigt, die Region stärker wirtschaftlich nutzen zu wollen. Das steht im Kontrast zu den Verboten seiner Regierung. In seiner wöchentlichen Facebook-Übertragung beschimpfte Bolsonaro Umweltschutzorganisationen als Krebsgeschwür.

Eine Umweltgruppe hatte in dieser Woche eine Kampagne gestartet, um Bolsonaro das Geld zu entziehen. Potenzielle Investoren werden aufgerufen, ihr Engagement in Brasilien vom Schutz des Amazonas abhängig zu machen. Bolsonaro hatte Berichte über Brände im Amazonas kürzlich noch als Lüge bezeichnet. Tropischer Regenwald könne gar kein Feuer fangen.

Brandrodung im Amazonasgebiet | Bildquelle: dpa
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In den ersten Septembertagen wurden 1000 neue Feuer registriert.

Illegale Aktivitäten auch im kolumbianischen Regenwald

Auch in anderen Ländern beklagen Umweltschützer den Umgang mit dem Amazonas-Regenwald. Der WWF berichtet aus Kolumbien, dort vertrieben bewaffnete Gruppen die Wildhüter aus den Schutzgebieten. Sprecherin Julia Gorricho sagte: "llegaler Holzhandel, Bergbau und Landraub sind attraktive Möglichkeiten für diese kriminellen Organisationen, sich zu finanzieren. Darunter leiden wird nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen vor Ort, insbesondere Indigene."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. September 2020 um 20:00 Uhr.

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