Brennenden Amazonas-Dschungel in Apui, Bundesstaat Amazonas, Brasilien. | Bildquelle: REUTERS

Amazonas-Regenwald in Brasilien Die schwersten Brände seit 13 Jahren

Stand: 02.07.2020 10:32 Uhr

In der Corona-Krise kaum bemerkt: Im Amazonas-Regenwald wüten wieder schwere Waldbrände. Das brasilianische Weltrauminstitut registrierte im Juni 2248 Feuer - so viele wie seit 2007 nicht mehr.

Im Gebiet des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien hat es im vergangenen Monat die schwersten Brände seit 13 Jahren gegeben. Wie das brasilianische Weltrauminstitut nach der Auswertung von Satellitenaufnahmen mitteilte, waren mehr als 2200 Feuer zu sehen.

Experten gehen davon aus, dass die meisten Feuer durch Brandrodung in abgeholzten Gebieten entstanden sind. Die Regierung unter Präsident Jair Bolsonaro hatte das Budget der Umweltbehörde Ibama und damit auch die Kontrollen im Regenwald drastisch zusammengekürzt.

Für illegale Holzfäller kommt damit die Politik von Bolsonaro fast einem Freifahrtschein gleich. Auch die Abholzung des Regenwaldes ist von August 2019 bis Juni diesen Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut Inpe um mehr als 34 Prozent gestiegen.

Eine Luftaufnahme von Holzbrettern, die aus dem abgeholzten Amazonas Regenwald stammen. | Bildquelle: dpa
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Eine Luftaufnahme von Holzbrettern, die aus dem abgeholzten Amazonas Regenwald stammen.

Greenpeace befürchtet Schäden wie in 2019

Die Umweltorganisation Greenpeace ist besorgt, dass sich die Umweltkatastrophe des vergangenen Jahres wiederholen wird. Damals wüteten im Amazonas-Regenwald die schwersten Waldbrände seit mehr als 20 Jahren, die sich auch auf Bolivien und Peru ausdehnten. "Es ist kaum zu hoffen, dass die Umweltkatastrophe, die wir im letzten Jahr mit einer Reihe krimineller Brände erlebt haben, in diesem Jahr geringer ausfallen wird", sagte Rômulo Batista von Greenpeace in Brasilien. In Brasilien liegen fast 60 Prozent des Amazonas-Gebiets, des größten Regenwalds der Welt.

Bolsonaro hatte im vergangenen Jahr die Daten von Inpe, das seit 30 Jahren die Abholzung des Regenwaldes via Satellit dokumentiert, öffentlich als "Lüge" abgetan und als "Umweltpsychose" bezeichnet. Dem Chef von Inpe, Ricardo Osório Galvão, warf er vor, "im Auftrag internationaler Nichtregierungsorganisationen" zu handeln und verfügte seine Entlassung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Juli 2020 um 10:00 Uhr.

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