Yukiya Amano | Bildquelle: picture alliance / dpa

Atomenergieagentur IAEA-Chef Amano gestorben

Stand: 22.07.2019 11:01 Uhr

Im Alter von 72 Jahren ist der bisherige IAEA-Chef Amano gestorben. Zuletzt hatte es Gerüchte um einen anstehenden Rücktritt gegeben. Der japanische Diplomat war auch am Atomdeal mit dem Iran beteiligt.

Der Chef der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA), Yukiya Amano, ist gestorben. Das teilte die UN-Behörde mit. Der Japaner wurde 72 Jahre alt. Er hatte in letzter Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er habe vorgehabt, bald dem Gouverneursrat seinen Rücktritt mitzuteilen.

Amano leitete die IAEA seit knapp zehn Jahren. Sein Mandat lief noch bis 2021. Die IAEA spielt weltweit eine entscheidende Rolle bei der Überwachung der friedlichen Nutzung der Kernenergie. So überprüft die IAEA seit 2016 mit strengen Kontrollen die Einhaltung der Auflagen des Atomabkommens mit dem Iran. Jüngst hatte Amano den Gouverneursrat der IAEA über seine Absicht informiert zurückzutreten.

Unterzeichnung des Atomabkommens mit dem Iran am 14. Juli 2015 in Wien | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Unterzeichnung des Atomabkommens mit dem Iran am 14. Juli 2015 in Wien: IAEA-Chef Yukiya Amano und iranische Vizepräsident Ali Akhbar Salehi

Spezialgebiet Abrüstung

Der studierte Rechtsanwalt arbeitete seit den 1970er-Jahren für die japanische Regierung und wurde als Diplomat unter anderem nach Belgien und in die USA geschickt. Früh spezialisierte sich Amano auf Fragen der internationalen Abrüstung und wirkte an fast allen internationalen Verträgen zu Abrüstung und Nutzung von Atomkraft mit. Zu seinem Engagement habe ihn die japanische Geschichte mit den beiden Atombombenabwürfen von 1945 motiviert.

Die IAEA-Flagge am UN-Gebäude in Wien werde anlässlich seines Todes auf halbmast gesetzt, berichtete die Behörde. Als Kandidaten für Amanos Nachfolge gelten der Argentinier Rafael Grossi sowie der Rumäne Cornel Feruta.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juli 2019 um 11:00 Uhr.

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