Dieses von Human Rights Watch zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt al-Kunun in einem Hotelzimmer am internationalen Flughafen in Bangkok.  | Bildquelle: AP

18-Jährige geflüchtet Saudi-Araberin darf vorerst in Thailand bleiben

Stand: 07.01.2019 15:37 Uhr

Die auf ihrer Flucht am Bangkoker Flughafen gestoppte Saudi-Araberin darf zunächst in Thailand bleiben. Sie verließ inzwischen das Gebäude - begleitet vom UNHCR. Die 18-Jährige floh nach eigener Auskunft vor ihrer Familie.

Thailand will eine junge Frau aus Saudi-Arabien vorerst doch nicht in ihre Heimat abschieben. Das erklärte der Chef der thailändischen Einwanderungsbehörde, Surachate Hakpan, laut Onlineportal "Khaosod English". Man schicke niemanden in den Tod, hieß es. Laut eigener Auskunft ist die 18-Jährige während einer Familienreise nach Kuwait vor häuslicher Gewalt und Zwangsverheiratung geflohen.

18-Jährige Saudi-Araberin will in Thailand Asyl beantragen
tagesschau 16:00 Uhr, 07.01.2019, Sandra Ratzow, ARD Berlin

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In Obhut des UNHCR

Inzwischen hat Rahaf Mohammed al-Kunun den Airport verlassen. Begleitet wurde sie von Vertretern des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Diese prüfen, ob der jungen Frau ein besonderer Schutz als Flüchtling zustehe, bestätigte die Organisation dem Evangelischen Pressedienst. Das Hilfswerk unterstrich, dass Asylbewerber und Flüchtlinge nicht in ihr Ursprungsland abgeschoben werden dürfen, solange dort ihre Freiheit und ihr Leben bedroht seien.

Die Frau war auf dem Weg nach Australien auf dem internationalen Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok von saudischen Botschaftsmitarbeitern festgehalten worden. Thailand hatte zunächst angekündigt, die junge Frau auszuweisen. Dann sei ihr Reisepass beschlagnahmt worden. Inzwischen habe sie diesen zurück und sie fühle sich sicher in Begleitung des UNHCR, schrieb sie auf Twitter.

Unterstützung auch aus Deutschland

Unterstützung für die Frau gibt es auch aus Deutschland. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte, die deutsche Botschaft in Thailand sei aufgrund humanitärer Sorge um das Wohlergehen der Frau tätig geworden. Die Vertretung stehe in Kontakt mit thailändischen Behörden, dem UNHCR und anderen Botschaften vor Ort, an die sich die Frau gewandt habe.

Der saudische Geschäftsträger in Bangkok, Abdullah al-Schuaibi, hatte zuvor erklärt, sein Land habe nichts mit dem Fall zu tun. "Sie wurde von den Flughafenbehörden gestoppt, weil sie thailändische Gesetze verletzt hat", wurde er auf der saudischen Nachrichten-Webseite Sabk zitiert. Sie habe anscheinend kein Rückflugticket gehabt, keine Hotelreservierung und kein Touristenvisum. Die saudische Botschaft habe keine Handhabe, irgend jemanden auf dem Flughafen zu stoppen.

Dieses von Human Rights Watch zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt al-Kunun in einem Hotelzimmer am internationalen Flughafen in Bangkok. | Bildquelle: dpa
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Dieses von Human Rights Watch zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt al-Kunun in einem Hotelzimmer am internationalen Flughafen in Bangkok.

Gefährliche Flucht

Auf Twitter hatte al-Kunun geschrieben, sollte sie unter Druck saudischer Behörden zur Rückkehr zu ihrer Familie gezwungen werden, würde sie das in "echte Gefahr" bringen. Männliche Angehörige hätten sie geschlagen und mit dem Tode bedroht. Ein halbes Jahr sei sie in ihrem Zimmer eingesperrt gewesen, weil sie ihr Haare kürzer geschnitten habe.

Das Schicksal al-Kununs ist kein Einzelfall. Wiederholt gibt es Berichte, wonach saudi-arabische Frauen vor Gewalt und Benachteiligung in ihrer Heimat fliehen. Zwar wurden zuletzt einige Regelungen gelockert. So dürfen Frauen mittlerweile ein Auto steuern oder in Kommunalwahlen ihre Stimmen abgeben. Allerdings ist das Gesetz, wonach sich Frauen der männlichen Vormundschaft unterordnen müssen, weiterhin in Kraft. Ohne Zustimmung eines männlichen Familienmitglieds oder Vormunds dürfen sie zum Beispiel weder reisen noch heiraten.

2017 sorgte der Fall Dina Lasloom für Aufsehen. Die Frau war auf ihrem Weg nach Australien gestoppt und nach Saudi-Arabien zurückgebracht worden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Januar 2019 um 09:25 Uhr.

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