Demonstration in der algerischen Hauptstadt Algier | Bildquelle: AP

Algerischer Präsident Proteste gegen Bouteflika gehen weiter

Stand: 26.03.2019 16:54 Uhr

In Algerien haben Tausende Studenten den Rücktritt von Präsident Bouteflika gefordert. Auch Ärzte und Krankenpfleger demonstrierten. "Du musst gehen", skandierten sie in Richtung des greisen Staatschefs.

In zahlreichen algerischen Städten sind Studenten auf die Straße gegangen, um den umstrittenen Präsidenten Bouteflika zum Rücktritt zu bewegen. Auf den Tag 57 Jahre nach dem Ende des algerischen Unabhängigkeitskriegs forderten die Demonstranten den 82-Jährigen dazu auf, den Weg für eine neue Regierung freizumachen.

Demonstration in der algerischen Hauptstadt Algier | Bildquelle: REUTERS
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Tausende haben sich zur Demonstration in der algerischen Hauptstadt Algier versammelt.

Auch rund 2000 Mediziner protestierten gegen den Staatschef. Sie forderten ein freies und demokratisches Algerien, teilten die Organisatoren mit. Auch auf die Verschiebung einer Neuwahl reagierten die Demonstranten mit scharfer Kritik. "Du hast Algerien ruiniert, Du musst gehen", lauteten die Sprechchöre.

Opposition verweigert Gespräch mit Bedoui

Bouteflika ist bereits seit 1999 im Amt. Anfang März hatte er nach langen Protesten bekanntgegeben, nicht für eine fünfte Amtszeit kandidieren zu wollen. Auch ist er nach Angaben der Regierung bereit, seine Position an einen demokratisch gewählten Nachfolger abzutreten. Jedoch hatte Bouteflika die Wahl, die ursprünglich am 18. April stattfinden sollte, auf unbestimmte Zeit verschoben. Dadurch bleibt er vorerst an der Macht.

Unterdessen setzt der neue Premierminister Bedoui seine Beratungen zur Bildung einer Übergangsregierung fort. Unter deren Leitung soll eine "Nationale Konferenz" zusammentreten und über weitreichende Reformen entscheiden, darunter eine neue Verfassung. Anschließend ist eine Neuwahl geplant. Die größten Oppositionsparteien sowie zahlreiche Gewerkschaftler weigern sich jedoch, mit Bedoui ins Gespräch zu treten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. März 2019 um 13:00 Uhr.

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