Eisbären im US-Naturschutzgebiet "Arctic National Wildlife Refuge" | Bildquelle: REUTERS

US-Regierung zu Alaska Ölbohrpläne für Naturschutzgebiet

Stand: 18.08.2020 06:54 Uhr

Seit Jahrzehnten wird wegen der Öl- und Erdgasvorkommen in einem Naturschutzgebiet Alaskas gestritten - zum Jahresende will die US-Regierung jetzt die Lizenzen versteigert haben. Umweltschützer kündigen Widerstand an.

Das US-Regierung hat einen Fahrplan für die Öl- und Erdgasförderung in einem Naturschutzgebiet in Alaska vorgestellt. Innenminister David Bernhardt sagte dem "Wall Street Journal", er rechne damit, dass erste Bohrrechte zum Jahresende versteigert werden könnten. "Ich habe großes Vertrauen, dass dies verantwortungsvoll, nachhaltig und umweltverträglich getan werden kann", sagte er.

Die Ausbeutung hatte der Kongress 2017 zusammen mit der Steuerreform beschlossen; er wurde damals von den Republikaner beherrscht. Das Innenministerium wurde beauftragt, die Rahmenbedingungen dafür festzulegen. US-Präsident Donald Trump ist ein erklärter Klimakrisen-Skeptiker und Förderer der heimischen Erdölindustrie. In seiner Amtszeit lockerte er viele Umweltauflagen, um der Wirtschaft entgegenzukommen.

Nach den am Montag vorgestellten Plänen sollen in bis zu acht Prozent des Arctic National Wildlife Refuge im Nordosten Alaskas Bohrungen zugelassen werden. In dem Gebiet werden erhebliche Vorkommen von Öl und Gas vermutet, über eine mögliche Ausbeutung wird seit Jahrzehnten gestritten.

"Ausverkauf der letzten großen Wildnis unserer Nation"

Zugleich ist mit Widerstand von Umweltschützerinnen und Umweltschützern zu rechnen. Das Klima sei in einer Krise, die Ölpreise in die Tiefe gestürzt, und überall zögen sich große Banken aus der Finanzierung solcher Projekte in der Arktis zurück, erklärte Adam Kolton von der Alaska Wilderness League. "Und doch setzt die Trump-Regierung ihren Wettlauf für einen Ausverkauf der letzten großen Wildnis unserer Nation fort und setzt damit Ureinwohner und die fabelhafte Tier- und Pflanzenwelt, die auf sie angewiesen ist, einem Risiko aus", kritisierte Kolton.

Er kündigte an, vor Gericht zu ziehen, den Kongress anzurufen und Druck auf Ölkonzerne auszuüben, um Bohrungen zu verhindern.

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