Seenotretter der SOS Mediterranee halten Rettungswesten für die in Seenot geratenen Migranten bereit (Archivbild). | Bildquelle: dpa

"Alan Kurdi" und "Ocean Viking" Gerettete gehen in Italien an Land

Stand: 04.12.2019 13:55 Uhr

Die beiden Seenotrettungsschiffe "Ocean Viking" und "Alan Kurdi" mit insgesamt 121 Flüchtlingen an Bord haben sichere Häfen in Italien erreicht. Sie hatten in der Nacht eine entsprechende Erlaubnis bekommen.

Die in der vergangenen Woche aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlinge auf der "Alan Kurdi" sind auf Sizilien an Land gegangen. Nachdem das Seenotrettungsschiff die Erlaubnis zum Anlanden im Hafen von Messina erhalten hatte, verbrachten die 61 Migranten nach Berichten der Zeitung "La Repubblica" noch die Nacht an Bord, damit die Aufnahme vorbereitet werden konnte.

Auch die "Ocean Viking" mit 60 Flüchtlingen an Bord bekam in der Nacht zum Mittwoch die Genehmigung, in einen sicheren Hafen in Italien einzulaufen. Sie fuhr in den Hafen des südsizilianischen Städtchens Pozzallo ein, wo die Menschen am Vormittag das Schiff verlassen konnten.

Das italienische Innenministerium hatte am späten Dienstagabend mitgeteilt, die EU-Kommission habe einen Verteilmechanismus für die 121 Menschen aktiviert. Mehrere europäische Länder, darunter Deutschland und Frankreich, hätten sich zur Aufnahme eines Teils der Migranten bereit erklärt.

121 Flüchtlinge an Bord der Schiffe

Das deutsche Schiff "Alan Kurdi" hatte am vorigen Donnerstag bei zwei Einsätzen insgesamt 84 Menschen gerettet. Nach mehreren Notevakuierungen waren am Dienstag noch 61 von ihnen an Bord. Die von den Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betriebene "Ocean Viking" hatte in der Nacht zum Freitag 60 Menschen an Bord genommen.

Deutschland, Frankreich, Italien und Malta hatten sich im September auf einen vorläufigen Verteilungsmechanismus für die Aufnahme von geretteten Flüchtlingen geeinigt. Damit soll verhindert werden, dass Schiffe mit Flüchtlingen weiter tage- oder wochenlang auf hoher See ausharren müssen, bis die Verteilung geklärt ist und die Migranten an Land gehen können. Der Mechanismus ist als Übergangslösung gedacht, bis das Asylsystem der EU überarbeitet werden kann.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Dezember 2019 um 06:45 Uhr.

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