Flüchtlinge stehen auf dem Rettungsboot "Alan Kurdi" an der Reling. | Bildquelle: dpa

Rettungsschiff von Sea-Eye "Alan Kurdi" hält sich an Salvinis Verbot

Stand: 06.07.2019 12:26 Uhr

Italiens Innenminister Salvini hat dem Rettungsschiff "Alan Kurdi" verboten, in Hoheitsgewässer des Landes einzufahren. Die Hilfsorganisation Sea-Eye will sich vorerst daran halten - und wartet in internationalen Gewässern.

Die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye hat sich vorerst dagegen entschieden, mit ihrem Schiff "Alan Kurdi" in italienische Hoheitsgewässer einzufahren. Auf dem Boot befinden sich 65 Migranten, die die Retter in Sicherheit bringen wollen.

Gorden Isler, Einsatzleiter von Sea-Eye, sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass der italienische Zoll der Besatzung am Morgen ein Dekret ausgehändigt habe. Der Absender: Italiens Innenminister Matteo Salvini. Dieser untersagte der Crew die Einfahrt in die Hoheitsgewässer des Landes. "Wir beachten erst einmal dieses Verbot", versicherte Isler. Ohne triftigen Grund werde die Hilfsorganisation nicht gegen das Dekret verstoßen.

Libyen als Anlaufziel abgelehnt

Ein Angebot der libyschen Küstenwache, den Hafen der Stadt Sawija als "Place of Safety" (sicherer Ort) anzulaufen, hatte die Organisation zuvor abgelehnt. "Libyen ist kein sicherer Ort, für niemanden", begründete der Kapitän die Entscheidung. Deshalb nahm die Besatzung Kurs auf Lampedusa.

Salvini sagte jedoch, dass die "Alan Kurdi" nicht nach Italien fahren könne - auch nicht im Fall einer späteren Verteilung der Migranten auf andere europäische Staaten. Italien verteidige in verantwortungsvoller Art und Weise die europäische Außengrenze und wolle nicht länger der "einzige 'Hotspot von Europa' sein". Er drängte Bundesinnenminister Horst Seehofer in einem Brief, Verantwortung für das Schiff zu übernehmen.

Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" | Bildquelle: REUTERS
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Seit Ende 2018 ist die "Alan Kurdi" vor der libyschen Küste unterwegs.

Seehofer hatte der EU-Kommission zuvor angeboten, einige der Migranten von dem Rettungsschiff aufzunehmen. Er machte jedoch die Einschränkung, dass Deutschland "im Rahmen einer europäisch-solidarischen Lösung bereit" sei, einen Teil der Geretteten aufzunehmen. Das habe er bereits gestern der Europäischen Kommission mitgeteilt und um Koordinierung gebeten.

Das Angebot Seehofers bezog sich auf Migranten, die von der Besatzung der "Alan Kurdi" gerettet worden waren. Aber auch Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff "Alex" von der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans sollen von Deutschland aufgenommen werden. Auf ihm befinden sich 54 Migranten an Bord.

ARD-Interview mit Carola Rackete, Kapitänin "Sea-Watch 3"
05.07.2019

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Schlauchboot ohne Navigationshilfen

Die "Alan Kurdi" hatte nach eigenen Angaben 65 Menschen an Bord genommen, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollten. Das Schlauchboot sei vor der libyschen Küste in internationalen Gewässern entdeckt worden, teilte Sea-Eye mit. Es war demnach manövrierfähig und mit ausreichend Treibstoff versorgt, hatte aber weder ein GPS-fähiges Telefon noch andere Navigationshilfen an Bord. 

"Ohne ein GPS-fähiges Telefon oder nautische Grundkenntnisse hätten diese jungen Menschen vermutlich keinen Ort erreicht und wären verschwunden", sagte Einsatzleiter Isler. An Bord des Schlauchboots befanden sich offenbar nur zehn Liter Trinkwasser.

Tausende protestieren gegen Kriminalisierung von zivilen Seenotrettern
tagesschau 17:30 Uhr, 06.07.2019, Claudia Drexel, NDR

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Festnahme nach Einfahrt in Lampedusas Hafen

Am vergangenen Wochenende hatte die Kapitänin des deutschen Rettungsschiffs "Sea-Watch 3" mit 40 Migranten unerlaubt im Hafen von Lampedusa angelegt. Carola Rackete wurde daraufhin festgenommen und das Schiff beschlagnahmt. Eine Ermittlungsrichterin in Agrigent hatte den Hausarrest gegen Rackete aufgehoben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Juli 2019 um 11:00 Uhr.

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