Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" | Bildquelle: dpa

Mittelmeer "Alan Kurdi" rettet 65 Flüchtlinge

Stand: 05.07.2019 11:58 Uhr

Die deutsche Organisation Sea Eye hat nach eigenen Angaben 65 Menschen vor der libyschen Küste gerettet. Kontaktversuche zu den libyschen Behörden und den Rettungsleitstellen in Italien und Malta seien bisher ergebnislos geblieben.

Nach dem Drama um das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" hat nun eine andere deutsche Hilfsorganisation Migranten vor der libyschen Küste mit ihrem Schiff aufgenommen. Die "Alan Kurdi" habe 65 Menschen in internationalen Gewässern auf einem überladenem Schlauchboot entdeckt und gerettet, teilte die Regensburger Organisation Sea-Eye mit.

Das Schlauchboot war demnach manövrierfähig und mit ausreichend Treibstoff versorgt, hatte aber weder ein GPS-fähiges Telefon noch andere Navigationshilfen an Bord. Außerdem befanden sich offenbar nur zehn Liter Trinkwasser auf dem Boot.

Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" | Bildquelle: REUTERS
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Seit Ende 2018 ist die "Alan Kurdi" vor der libyschen Küste unterwegs.

Auswärtiges Amt informiert

Laut Sea-Eye versuchten die Bootsinsassen zunächst, der "Alan Kurdi" zu entkommen. Offenbar hätten sie befürchtet, dass es sich um ein Schiff der libyschen Küstenwache handelte. Nach Angaben eines Geretteten befand sich das Schlauchboot bereits seit mehr als zwölf Stunden auf dem Meer, als es gesichtet wurde. "Ohne ein GPS-fähiges Telefon oder nautische Grundkenntnisse hätten diese jungen Menschen vermutlich keinen Ort erreicht und wären verschwunden", sagte Gorden Isler, Einsatzleiter auf der "Alan Kurdi".

Die "Alan Kurdi" versuchte zunächst erfolglos, Kontakt zu den libyschen Behörden herzustellen. Die italienischen Rettungsleitstellen in Rom und Valletta schwiegen laut Sea-Eye ebenfalls. Die Seenotleitung Bremen antwortete demnach schnell und informierte das Auswärtige Amt.

Italienisches Schiff wartet auf Einlass in Malta

Immer wieder ertrinken zahlreiche Flüchtlinge im Mittelmeer beim Untergang ihrer oft nicht seetüchtigen Boote. Trotz anhaltender Konflikte ist Libyen nach wie vor eines der wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten oder dem Nahen Osten, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen. Die EU hat die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer vorerst eingestellt.

Derzeit wartet bereits ein weiteres Rettungsschiff der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea mit mehr als 50 Migranten auf den Einlass in einen sicheren Hafen. Italiens Innenminister Matteo Salvini hat eine Einfahrt bereits verboten. Malta hatte sich bereit erklärt, die Menschen von dem Segelboot "Alex" aufzunehmen - allerdings nur, wenn Italien im Gegenzug 55 Migranten übernimmt, die bereits in Malta sind.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. Juli 2019 um 11:45 Uhr.

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