Der Schriftsteller Dogan Akhanli öffnet ein Gartentor | Bildquelle: AP

Deutsch-türkischer Schriftsteller Spanien liefert Akhanli nicht aus

Stand: 13.10.2017 15:59 Uhr

Der Schriftsteller Akhanli wird von Spanien nicht an die Türkei ausgeliefert. Der Deutsche mit türkischen Wurzeln reagierte erleichtert auf die Entscheidung. Er war im August während eines Spanienurlaubs festgenommen worden. Am Mittwoch will er nach Köln zurückkehren.

Spanien liefert den deutsch-türkischen Schriftsteller Dogan Akhanli aus Köln nicht an die Türkei aus. Das teilte das spanische Justizministerium mit. Akhanli, der einzig einen deutschen Pass besitzt, reagierte erleichtert und kündigte an, am Mittwoch nach Deutschland zu fliegen. "Ich bin sehr froh und erleichtert, dass dieses Auslieferungstheater der Türkei endlich beendet ist", sagte er dem ARD-Studio Madrid. Er habe durch einen Anruf der deutschen Botschaft von seiner Freilassung erfahren.

Gegenüber tagesschau.de erklärte Akhanli:

"Die Entscheidung kam spät, dennoch ist sie eine wichtige politische Entscheidung, weil der spanische Ministerrat das Auslieferungsverfahren selbst stoppt und die Entscheidung nicht der Justiz überlässt. Außerdem ist es auch ein Zeichen, dass es in Europa für willkürliche Haftbefehle und Auslieferungsanträge keinen Platz gibt."

Als Grund für das Haftgesuch türkischer Behörden vermutet er politische Gründe. Die Vorwürfe seien konstruiert, weil er in seinen Schriften die Türkei kritisiert: "Leute wie ich, oder auch Deniz Yücel, das sind Menschen, die verfolgt werden, weil die Türkei glaubt, damit eine riesige Angst verbreiten zu können. Das wirft aber ein sehr schlechtes Licht auf die türkische Regierung."

Spanien liefert Akhanli nicht an die Türkei aus
tagesthemen 21:45 Uhr, 13.10.2017, Jan-Peter Bartels, ARD Madrid

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Freude in Berlin

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel begrüßte die Entscheidung: "Ich bin sehr erleichtert und freue mich, dass das spanische Kabinett das Auslieferungsverfahren der Türkei für Herrn Akhanli nicht mehr weiterführen will."

"Die Türkei hat im Fall Akhanli eine eindeutige Niederlage erlitten. Mein Mandant wird nicht ausgeliefert. Ein rechtsstaatliches Verfahren ist in der Türkei nicht möglich. Die spanische Regierung hat eine folgerichtige Entscheidung getroffen, das Auslieferungsverfahren zu stoppen."
Ilias Uyar, Anwalt von Dogan Akhanli

Neues Buch

Die Zeit, in der er Spanien nicht verlassen durfte, hat Akhanli zumindest für sich gut genutzt - und ein Buch geschrieben. "Ich habe das im Goethe Institut hier in Madrid geschrieben. Ich bin der Leitung und den Mitarbeitern dort wirklich dankbar, dass sie mich so gut und liebevoll betreut haben." So sei für ihn "aus dieser schlechten Geschichte eine gute Geschichte geworden". Eine spezielle Danksagung hat er sich bereits überlegt: Er will das Buch der türkischen Regierung widmen.

Im Urlaub festgenommen

Akhanli war am 19. August bei einem Spanienurlaub aufgrund eines türkischen Fahndungsaufrufs festgenommen worden. Einen Tag später wurde er freigelassen, musste sich seither aber wöchentlich bei der Polizei melden und durfte Spanien bisher nicht verlassen.

Bei einem Türkeibesuch im August 2010 war Akhanli bei der Einreise in Istanbul festgenommen worden. Im Prozess warf ihm die Staatsanwaltschaft vor, als Mitglied einer linksextremen Gruppe 1989 an einem Überfall auf eine Wechselstube teilgenommen zu haben, bei dem ein Mann getötet wurde. Akhanli wurde später aber wieder freigelassen. Akhanli sieht politische Motive hinter dem Auslieferungsantrag.

Spanien lässt deutsch-türkischen Schriftsteller Akhanli frei
Marc Koch, ARD Madrid
13.10.2017 17:53 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 13. Oktober 2017 die tagesschau um 15:00 Uhr sowie NDR Info um 15:15 und 15:45 Uhr jeweils in den Nachrichten.

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