Bergung eines Wrackteils der Air France A330, die in der Nacht zum 1. Juni 2009 über dem Atlantik abstürzte

Abschlussbericht drei Jahre nach Unglück über dem Atlantik Air-France-Crew war überfordert

Stand: 05.07.2012 15:49 Uhr

Die Air-France-Flugzeugkatastrophe am Pfingstmontag 2009 wurde laut dem abschließenden Expertengutachten maßgeblich durch Pilotenfehler verursacht. Wie die Flugunfallermittler in Le Bourget mitteilten, war die Crew nach einer Störung des Geschwindigkeitsmessers mit der Situation überfordert. In ihrem Gutachten schlagen sie allerdings auch Verbesserungen an den Anzeigen im Cockpit vor.

Die Air-France-Maschine 447 war am 1. Juni 2009 auf einem Nachtflug von Rio nach Paris abgestürzt. Alle 228 Menschen an Bord kamen ums Leben, unter ihnen 28 Deutsche. In dem Abschlussbericht stützen sich die Experten der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA) vor allem auf die Auswertung der Flugdatenschreiber. Sie waren nach knapp zweijähriger Suche im Mai vergangenen Jahres im atlantischen Ozean gefunden worden.

Behörde legt Bericht zur 2009 abgestürzten Air-France-Maschine vor
U. Welter, DLF
05.07.2012 14:10 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Kritik von Angehörigen der Todesopfer

In einem Zwischengutachten vor einem Jahr waren die Ermittler bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass der Absturz durch Pilotenfehler sowie verwirrende Angaben und einen teilweisen Ausfall der Bordinstrumente verursacht wurde. Demnach reagierte die Mannschaft im Cockpit offenbar nicht richtig auf Probleme mit der Geschwindigkeitsmessung.

Die Angehörigen der Opfer kritisierten den Bericht damals scharf, da er sich aus ihrer Sicht einseitig auf die toten Piloten konzentriere und Softwarefehler außer Acht gelassen habe. Mehrere Hinterbliebene schalteten deshalb eine Untersuchungsrichterin ein. Die Obduktion der 51 geborgenen Absturzopfer legt nahe, dass das Flugzeug bereits in der Luft auseinandergebrochen ist.

Darstellung: