Rauchsäulen steigen über Afrin auf (Archivfoto vom 15. März 2018) | Bildquelle: AFP

Aktivisten melden 16 Tote Offenbar Krankenhaus in Afrin beschossen

Stand: 17.03.2018 02:36 Uhr

Seit Tagen wird Afrin in Nordsyrien von türkischen Truppen belagert. Aktivisten melden, die Armee habe nun ein Krankenhaus beschossen. Bei dem Angriff seien 16 Menschen getötet worden. Die Türkei dementiert.

Die türkische Luftwaffe soll Berichten von Aktivisten zufolge das wichtigste Krankenhaus in der nordsyrischen Stadt Afrin beschossen und dabei 16 Zivilisten getötet haben. Die türkische Armee habe die medizinische Einrichtung am Freitag "direkt" getroffen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. "16 Zivilisten wurden getötet, darunter zwei schwangere Frauen", sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP.

Auch ein Arzt vor Ort sprach von mindestens 16 Toten und mehreren Verletzten. "Das Krankenhaus wurde von mehreren türkischen Granaten getroffen", erklärte Joan Schitika der Nachrichtenagentur dpa per Whatsapp. "Zivilisten werden sogar in Krankenhäusern angegriffen, und Afrin wird wahllos mit Tausenden Granaten beschossen", klagte er. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die türkischen Streitkräfte dementierten, dass sie ein Krankenhaus beschossen hätten.

Mehrere Tausend Zivilisten flüchten aus Ost-Ghouta
tagesschau 20:00 Uhr, 16.03.2018, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Türkei wirft Flugblätter über Afrin ab

Afrin steht seit Beginn der Woche praktisch unter Belagerung von türkischen Truppen und mit ihnen verbündeten Rebellen. Das türkische Militär warf am Freitag Flugblätter über der Stadt ab und rief die Bewohner dazu auf, sich von "Terroristen" fernzuhalten. Auf den Zetteln hieß es, die Menschen sollten, "der türkischen Armee vertrauen" und den "Schutz des türkischen Militärs" suchen. Seit dem 20. Januar geht die Türkei zusammen mit Verbündeten gegen die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG in Afrin vor. Sie sieht in ihnen einen verlängerten Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in Syrien.

Die Massenflucht von Zivilisten geht angesichts der heftigen Kämpfe weiter. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die ihre Informationen von einem breiten Netzwerk an Informanten vor Ort bezieht, berichtet, in den vergangenen Tagen habe sich die Zahl der Geflohenen in Afrin auf mehr als 35.000 erhöht.

Geflüchtete aus der Region Ost-Ghouta versammeln sich auf einem Schulgelände | Bildquelle: AFP
galerie

Geflüchtete aus der Region Ost-Ghouta versammeln sich auf einem Schulgelände.

Zehntausende Menschen verlassen auch Ost-Ghouta

Auch aus der Rebellenhochburg Ost-Ghouta nahe Damaskus setzt sich die Massenflucht fort. Nach UN-Angaben verließen 12.000 bis 16.000 Menschen in den vergangenen Tagen das schwer umkämpfte Gebiet.

Ost-Ghouta wurde nach Angaben der syrischen Armee zu 70 Prozent eingenommen. Bei Luftangriffen wurden Dutzende Menschen getötet. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte griffen russische Kampfjets dort Ziele an. Das zuvor von Regimegegnern kontrollierte Gebiet ist nach der seit einem Monat anhaltenden Offensive durch syrische Regierungstruppen und ihre russischen und iranischen Verbündeten in drei getrennte Enklaven aufgespalten.

Am Freitag begann das achte Kriegsjahr in Syrien. Nach Schätzungen kamen seit Beginn des Konflikts eine halbe Million Menschen um. Sechs Millionen Syrer flohen aus dem Land, weitere fünf Millionen wurden innerhalb Syriens vertrieben.

Angriff auf Krankenhaus in Afrin
Michael Lehmann, ARD Istanbul
17.03.2018 09:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. März 2018 um 20:00 Uhr.

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