Ein Airbus A400M der Luftwaffe ist am Flughafen Köln-Bonn gelandet. | dpa

Verletzte Bundeswehrsoldaten aus Mali Erste Verwundete in Köln gelandet

Stand: 26.06.2021 16:37 Uhr

Zwölf Soldaten der Bundeswehr wurden bei einem Anschlag in Mali verletzt. Sie werden mit Spezialflugzeugen zur Weiterbehandlung nach Deutschland gebracht. Eine Maschine mit Verwundeten ist bereits in Köln gelandet.

Die ersten der zwölf Bundeswehr-Soldaten, die bei einem Selbstmordattentat im westafrikanischen Mali verletzt wurden, sind zurück in Deutschland. Der Evakuierungsflug einer Maschine vom Typ A400M landete nach Angaben der Luftwaffe am Nachmittag in Köln.

An Bord waren die drei schwer verletzten deutschen Blauhelm-Soldaten und jene, die liegend transportiert werden müssen. Sie sollen ins Bundeswehr-Zentralkrankenhaus nach Koblenz gebracht werden. Der Zustand der zurückgekehrten Soldaten sei stabil, schrieb Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf Twitter.

Von Köln war am Vormittag bereits ein zweiter Airbus gestartet, der die anderen verletzten Soldaten aus Mali zurückzubringen soll. Die Maschine sollte nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa nach Niamey fliegen, die Hauptstadt von Niger. Dort betreibt die Bundeswehr einen Luftwaffentransportstützpunkt einschließlich Verwundetenversorgung für den Mali-Einsatz. Diese Maschine soll die anderen Verwundeten nach Stuttgart fliegen. Von dort aus sollen sie zur weiteren medizinischen Behandlung ins Bundeswehr-Krankenhaus nach Ulm kommen.

Explosionen am Vortag

Rund 180 Kilometer nordöstlich von Gao hatte am Freitag ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe eine Patrouille deutscher UN-Soldaten angegriffen und dabei 13 Menschen verletzt. Es handelte sich nach offiziellen Angaben um zwölf Deutsche und einen Belgier. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos, flogen zivile Rettungshubschrauber und ein UN-Hubschrauber die Verwundeten nach Gao in französische, chinesische und deutsche Sanitätseinrichtungen.

Kramp-Karrenbauer sagte, von den Deutschen seien drei schwer verletzt. Die Soldaten sicherten nach UN-Angaben den Konvoi eines malischen Bataillons. Vorangegangen sei am Vortag die Explosion eines Sprengsatzes, bei der es aber nur Sachschaden an einem Fahrzeug gegeben habe.

Seit 2012 herrscht Instabilität

Derzeit sind rund 900 deutsche Soldaten an der UN-Mission MINUSMA beteiligt. Die Obergrenze liegt bei 1100 Männern und Frauen aus Deutschland. Der Einsatz soll den Friedensprozess in Mali unterstützen. In dem Land sind islamistische Terrorgruppen aktiv.

Die politische Situation ist seit 2012 von zunehmender Instabilität geprägt. Die meist islamistisch motivierte Gewalt hat in den vergangenen Jahren auch die benachbarten Länder in der Sahel-Zone erreicht. Tausende Soldaten und Zivilisten wurden in der Krisenregion getötet, Hunderttausende mussten aus ihrer Heimat fliehen.

Frankreich erhöht den Druck

2013 schlug ein massiver Militäreinsatz der Franzosen den Vormarsch der Terrormilizen auf die Hauptstadt Bamako zurück. Auch organisierte Kriminalität und grenzübergreifender Schmuggel sind ein Problem in der Region, über die Migrationsrouten nach Nordafrika und weiter Richtung Europa laufen.

Zuletzt gab es in Mali zwei Militärputsche. Im Raum stand zuletzt gar die Frage, ob sich Mali nach dem jüngsten Putsch gar in Richtung radikaler Islamismus bewegt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte eine grundsätzliche Neuausrichtung der französischen Militärpräsenz in der Sahelzone an. Er will den Anti-Terror-Einsatzes "Operation Barkhane" aussetzen, um den Druck auf den Krisenstaat und die Putschisten zu erhöhen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Juni 2021 um 09:00 Uhr.