Ein Rettungsring schwimmt auf dem Mittelmeer. | picture alliance / JOKER

Vor Tunesiens Küste 21 Flüchtlinge bei Bootsunglück gestorben

Stand: 05.07.2021 18:39 Uhr

Schlepper nutzen das Sommerwetter für die Überfahrt nach Europa - dabei sind in letzter Zeit immer wieder Boote gekentert. Nun sind bei einem Bootsunglück vor der Küste Tunesiens erneut viele Migranten gestorben.

Vor der Küste Tunesiens sind bei einem Bootsunglück mehr als 20 Flüchtlinge ums Leben gekommen, die über das Mittelmeer nach Europa wollten. 50 Insassen seien gerettet worden, teilte die Nationalgarde mit. Demnach war das Boot am Sonntag vor der Küste der Hafenstadt Sfax gekentert. Die Flüchtlinge stammten den Angaben zufolge aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. 

Seit Ende Juni kenterten vier Boote

Nach Angaben der Nationalgarde kenterten seit dem 26. Juni insgesamt vier Boote, mit denen Flüchtlinge von Sfax aus über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollten. 49 Menschen starben, 78 Migranten konnten gerettet werden. 

In der Nacht zum Samstag verunglückte außerdem ein Boot vor der südtunesischen Stadt Zarzis, das mit fast 130 Migranten an Bord in Libyen gestartet war. Die Behörden erklärten, 43 Menschen seien ums Leben gekommen, 84 seien von Fischern und Marineschiffen an Bord genommen worden. Der tunesische Rote Halbmond teilte mit, das Boot habe die libysche Küstenstadt Zuwara am Freitag verlassen, um das Mittelmeer in Richtung Italien zu überqueren.

Die Zahl der Migranten, die von der tunesischen Küste aus die gefährliche Überfahrt nach Europa antreten, war im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegen. Die meisten von ihnen stammen aus Ländern in Subsahara-Afrika.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Juli 2021 um 15:35 Uhr.