Zerstörter Panzer in der Tigray-Region | REUTERS

Tigray-Region in Äthiopien Rebellen zu Friedensverhandlungen bereit

Stand: 12.09.2022 12:49 Uhr

In der umkämpften Tigray-Region in Äthiopien deutet sich eine Chance für Frieden an: Die Rebellen haben ihre Bereitschaft zu Verhandlungen mit der Afrikanischen Union geäußert. Im August waren dort wieder Kämpfe ausgebrochen.

Nach fast zwei Jahren bewaffnetem Konflikt haben sich die Rebellen in der äthiopischen Region Tigray zu Friedensgesprächen unter der Leitung der Afrikanischen Union (AU) bereiterklärt. "Die Regierung von Tigray ist bereit, sich an einem robusten Friedensprozess unter der Schirmherrschaft der Afrikanischen Union zu beteiligen", erklärten die Behörden Tigrays.

Auch seien sie willens, eine Waffenruhe einzuhalten. Es müsse aber "für beide Seiten akzeptable Vermittler" geben. Zudem müssten internationale Beobachter und Experten am Friedensprozess beteiligt sein.

Guterres: Chance ergreifen

Die Afrikanische Union, die USA, die Vereinten Nationen und die EU begrüßten die Bereitschaft. UN-Generalsekretär António Guterres rief die Konfliktparteien dazu auf, "diese Chance für den Frieden zu ergreifen" und die "Gewalt endgültig zu beenden". Guterres gab an, dass die Vereinten Nationen bereit seien, die AU-geführten Friedensverhandlungen zu unterstützen.

Jüngste Waffenruhe im März

Im November 2020 war in Tigray ein Krieg ausgebrochen, der auch auf Nachbarregionen übergriff. Im vergangenen März wurde eine Waffenruhe vereinbart, was Hoffnungen auf Friedensgespräche schürte. Im August war es dann nach fünf Monaten relativer Ruhe erneut zu Kämpfen zwischen den Rebellen und Regierungstruppen gekommen.

Die Kämpfe in Afrikas zweitbevölkerungsreichster Nation haben Millionen Menschen vertrieben, Tausende Zivilisten wurden getötet. Teile von Tigray sind in eine Hungersnot gestürzt, Millionen Menschen mussten ohne eine Grundversorgung auskommen.

Die neuen Kämpfe verhinderten Hilfslieferungen nach Tigray. Die UN werfen allen Konfliktparteien schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 25. August 2022 um 08:09 Uhr.