An einer Straße in Mogadischu ragt das Hayat Hotel in die Höhe. | REUTERS

Somalia Mindestens 20 Tote bei Angriff auf Hotel

Stand: 20.08.2022 20:37 Uhr

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu haben Angreifer ein Hotel gestürmt. Mindestens 20 Menschen sollen getötet und mindestens 40 verletzt worden sein. Die Terrormiliz Al-Shabaab bekannte sich zu der Attacke.

Bei einem mutmaßlich durch Extremisten verübten Angriff auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 20 gestiegen. Nachrichtenagenturen berichten zudem von mindestens 40 Verletzten.

Die Lage in dem Hotel war den Angaben zufolge auch am Samstagnachmittag (deutsche Zeit) weiterhin nicht unter Kontrolle. Zudem geraten die Sicherheitskräfte zunehmend unter Druck.

Angreifer wohl noch im Hotel

Die in der Nacht und am Vormittag eingesetzte Antiterror-Einheit wurde für ihre Einsatzführung kritisiert. Die vom US-Militär ausgebildete Gruppe hatte nach Angaben des Hoteldirektors, auf die sich die Nachrichtenagentur dpa bezieht, schwere Waffen wie Mörsergranaten und andere Sprengkörper verwendet. Mittlerweile soll sie die Leitung der Operation an die Spezialeinheit "Cheetah" abgegeben haben, die zur somalischen Polizei gehört.

Teile des Hotels seien zwar von der Polizei gesichert worden, allerdings gebe es weiterhin Gegenwehr von den Terroristen, zitierte die Nachrichtenagentur dpa einen Mitarbeiter der Sicherheitskräfte. Zwei der Angreifer sind demnach noch am Leben und mit Handgranaten und Kalaschnikows bewaffnet. Sie sollen sich in den oberen Stockwerken des Hotels befinden. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, vereinzelt seien weiter Schüsse und Explosionen zu hören gewesen. Ursprünglich gingen die Sicherheitskräfte von vier bis fünf Kämpfern aus, zwei der Terroristen wurden nach Angaben der Polizei, die die Nachrichtenagentur dpa nennt, "neutralisiert".

Al-Shabaab reklamiert Angriff für sich

In der Nacht zu Samstag bekannte sich die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab zu dem Angriff auf das Hotel in der Nähe des internationalen Flughafens Aden Adde. Sie gab an, dabei seien mindestens 20 Menschen getötet worden. Unmittelbar vor dem Angriff hatten sich bereits zwei Selbstmordattentäter in zwei Fahrzeugen in die Luft gesprengt.

Die Terroristen waren nach eigenen Angaben außerdem für einen Anschlag mit einer Mörsergranate am Flughafen verantwortlich. Die somalischen Sicherheitsbehörden bestätigten, dass bei dem Anschlag eine Mutter und ihre vier Kinder ums Leben kamen.

Die islamistischen Fundamentalisten von Al-Shabaab kämpfen in dem armen Land am Horn von Afrika seit Jahren um die Vorherrschaft und kontrollieren nach wie vor Teile des Landes. Immer wieder bekennt sich die Miliz zu Anschlägen, die in dem Land verübt werden. Dies ist der erste großangelegte Terrorakt seit Somalias neugewählter Präsident Hassan Sheik Mohamud im Mai sein Amt übernahm.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. August 2022 um 08:00 Uhr sowie NDR-Info um 12:25 Uhr.