Flüchtlinge auf einem überfüllten Boot. | REUTERS

Mittelmeer Weitere 400 Flüchtlinge aus Seenot gerettet

Stand: 02.08.2021 05:16 Uhr

Bei mehreren Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer haben die beiden Schiffe "Ocean Viking" und "Sea-Watch-3" insgesamt mehr als 700 Menschen an Bord genommen. In der Nacht wurden vor Tunesien 400 Flüchtlinge aus einem Holzboot gerettet.

Die Rettungsschiffe "Ocean Viking" und "Sea-Watch 3" haben zurzeit mehr als 700 aus Seenot im Mittelmeer gerettete Menschen an Bord. Dies teilten die Rettungsorganisationen SOS Méditerranée und Sea-Watch der Nachrichtenagentur epd mit.

In der Nacht auf Sonntag habe es in internationalen Gewässern vor Tunesien einen Rettungseinsatz in Zusammenarbeit mit der "Ocean-Viking", der "Sea-Watch" und dem Segelboot "Nadir" der deutschen Nichtregierungsorganisation ResQship gegeben, in dem rund 400 Menschen aus einem großen Holzboot aufgenommen wurden.

Holzboot lief mit Wasser voll

"Die ganze Nacht waren wir zusammen mit Sea-Watch und ResQship mit der kritischen Rettung von rund 400 Menschen aus einem großen Holzboot beschäftigt, das voll Wasser lief", teilte SOS Méditerranée auf Twitter mit.

Zurzeit befinden sich laut SOS Méditerranée-Sprecherin Petra Krischok 449 Menschen an Bord der "Ocean Viking". Weitere 220 Menschen seien derzeit an Bord der "Sea-Watch 3", die inzwischen einen sicheren Hafen angefragt habe, sagte Sea-Watch-Sprecher Oliver Kulikowski der Agentur epd.

Unklar, ob Menschen ertrunken sind

Sowohl die "Sea-Watch 3" als auch die "Ocean Viking" kümmerten sich derzeit um die Überlebenden an Bord ihrer Schiffe. Es habe keine medizinischen Notfälle gegeben, allerdings litten zwei Erwachsene unter extremer Erschöpfung. Weder SOS Méditerranée noch Sea-Watch haben nach eigenen Angaben Verletzte gefunden oder geborgen: "Wir können aber nicht sicher sein, dass niemand ertrunken ist, da im Laufe der Nacht viele Menschen im Wasser waren."

Auch am Freitag und Samstag hatte es Rettungsaktionen der Schiffe gegeben. Die "Ocean Viking" berichtete, fast 200 Menschen aus Seenot gerettet zu haben. Zuvor hatte bereits die private Organisation Sea-Watch von zwei Rettungsaktionen mit insgesamt etwa 90 Personen berichtet.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. August 2021 um 06:02 Uhr.