Ein Holzboot liegt an der Küste der Kanaren (Archivbild vom Oktober 2020) | dpa

Flüchtlingsboot untergegangen Dutzende Migranten im Atlantik ertrunken

Stand: 01.10.2021 17:15 Uhr

Auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln sind Dutzende Migranten ertrunken, nachdem ihr Boot gekentert war - unter den Toten sollen zwölf Kinder sein. Ein weiteres Boot mit 62 Menschen an Bord wird im Atlantik vermisst.

Beim Untergang eines Bootes zwischen Afrika und den Kanarischen Inseln sind nach Angaben spanischer Hilfsorganisationen 57 Migranten im Atlantik ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern seien zwölf Kinder, berichtete Helena Maleno Garzón vom im Afrika gut vernetzten Hilfswerk Caminando Fronteras. Bei dem Unglück seien auch 28 Frauen und 17 Männer ertrunken. Ob es Überlebende gab, war vorerst nicht bekannt.

Weiteres Flüchtlingsboot wird vermisst

Ein weiteres Boot, das mit 62 Insassen in Dakhla im von Marokko beanspruchten Territorium Westsahara ins Wasser gegangen sei, um die rund 400 Kilometer entfernten Kanaren zu erreichen, werde außerdem seit Donnerstag vermisst, schrieb Maleno Garzón auf Twitter. "Bereitet diesem Massaker an der Grenze ein Ende!", forderte die Journalistin und Menschenrechtlerin, die die angesehene Nichtregierungsorganisation im Jahr 2002 gegründet hatte.

Weit über 2000 Menschen ertrunken oder vermisst

Nach Angaben von Caminando Fronteras starben allein in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres mindestens 2087 Migranten beim Versuch, Spanien und damit die EU auf dem Wasserweg zu erreichen. Das seien fast genauso viele Menschen, wie im gesamten vorigen Jahr im Meer gestorben oder spurlos verschwunden seien (2170), hieß es.

Die Ankunftszahlen von Migranten auf den zu Spanien gehörenden Kanaren steigen seit dem vergangenen Jahr dramatisch an. EU-Innenkommissarin Ylva Johansson hatte bereits Ende 2020 erklärt, diese sei inzwischen die "tödlichste" Flüchtlingsroute.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Oktober 2021 um 17:30 Uhr.