Frauen am Brunnenloch in Marokko | dpa

Marokko In Brunnen gefallener Junge tot geborgen

Stand: 05.02.2022 23:17 Uhr

Tagelang bangten seine Familie und die Helfer um den fünfjährigen Jungen, der in Marokko in einem Brunnenschacht feststeckte. In einer großen Rettungsaktion gruben sich Einsatzkräfte zu ihm durch. Das Kind konnte jedoch nur tot geborgen werden.

Nach vier Tagen konnten die Rettungskräfte zu dem fünfjährigen Jungen durchdringen, der im marokkanischen Dorf Ighran in einem ausgetrockneten Brunnen festgesteckt hatte. Am Ende konnte das Kind aber nur tot geborgen werden. Das bestätigte ein offizielles Schreiben des marokkanischen Königshauses.

Der Fünfjährige war am Dienstagnachmittag beim Spielen in das 32 Meter tiefe Loch gestürzt. Nach Angaben seines Vaters geschah das Unglück, als er gerade den Brunnen instand setzen wollte und kurz unachtsam war.

Tagelang hatten Rettungsmannschaften versucht, über Schläuche mit Sauerstoff und Wasser den Jungen am Leben zu halten. Krankenwagen und Rettungshubschrauber standen die ganze Zeit bereit. Der Brunnenschacht war so eng, dass die Rettungskräfte nicht zu ihm gelangen konnten. Sie gruben sich über mehrere Tage zu ihm vor.

Hunderte Menschen stehen an der Unglücksstelle in Marokko, wo ein Fünfjähriger in einen Brunnenschacht gefallen war. | AFP

Hunderte Menschen bangten am Unglücksort um den fünfjährigen Jungen. Bild: AFP

Heikler Rettungsversuch

Der letzte Teil der Rettung aber sei der heikelste gewesen, berichtet die Nachrichenagentur MAP. Sie hätten trotz Müdigkeit ununterbrochen gearbeitet. Seit Freitagabend hatten Spezialisten in rund 32 Metern Tiefe einen horizontalen Tunnel gegraben, um den Jungen über das Loch parallel zum Brunnen zu erreichen. Die Retter gruben MAP zufolge vorsichtig von Hand mit Spezialwerkzeugen - aus Angst, den Boden um den Brunnen herum zum Einsturz zu bringen.

Nicht nur in Marokko, auch weltweit bangten viele Menschen um das Schicksal des Fünfjährigen. In sozialen Netzwerken kursierte der Hashtag #saverayan. Vor Ort hatten tagtäglich Hunderte Menschen die Rettungsarbeiten beobachtet. König Mohammed VI. habe den Eltern in einem Telefonat sein Beileid ausgesprochen, wie es in einer Erklärung des Königshauses hieß.

Mit Informationen von Dunja Sadaqi, ARD-Studio Nordwestafrika

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. Februar 2022 um 23:37 Uhr.