Ein Bundeswehrsoldat steht mit seinem UN-Helm im Camp in Gao. (Archivbild: 2016) | dpa

Mali Zivilmaschine für Bundeswehr-Rotation

Stand: 18.08.2022 17:28 Uhr

Die Militärregierung in Mali hatte den Personalwechsel bei der Blauhelm-Mission im Land längere Zeit blockiert. Das verkomplizierte den Einsatz und betrifft auch deutsche Militärmaschinen. Nun ist ein Charterflugzeug im Einsatz.

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Es hat eine Weile gedauert, doch nun kommt der Personalwechsel bei der deutschen Truppe in Mali wieder in Gang - vorerst jedenfalls: Seit Mitte Juli hatte die dortige Militärjunta die für Kontingentwechsel bei der UN-Mission namens MINUSMA nötigen Flüge ausgesetzt. Deshalb mussten auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr vor Ort länger als geplant auf ihre Ablösung warten. Am Morgen hatte sich von Köln aus eine zivile Maschine auf den Weg in den westafrikanischen Krisenstaat gemacht.

Kai Küstner ARD-Hauptstadtstudio

An Bord auch etwa 90 deutsche Soldatinnen und Soldaten, wie das Einsatzführungskommando mitteilte. Vorgesehen ist, dass der zivile Flieger auf dem Rückweg dann auch Bundeswehr-Angehörige nach Deutschland mitnimmt.

Verstärkung für Sicherung in Gao

Die Genehmigung für den Flug durch die Behörden in Mali scheint dem Streit mit den Vereinten Nationen und Deutschland wegen der Überflugrechte vorübergehend zu entschärfen. Völlig ausgeräumt ist er deswegen noch nicht.

Unter anderem wartet man bei der Bundeswehr nach wie vor darauf, für die Sicherung des Flughafens im nordmalischen Gao dringend benötigte Verstärkung einfliegen zu dürfen: "Wann die deutschen Infanteriekräfte in den Einsatz verlegt werden, wird aktuell mit der MINUSMA-Führung abgestimmt", sagte ein Sprecher der Einsatzführungskommandos dem ARD-Hauptstadtstudio. Der Schwerpunkt heute liege auf dem Austausch des derzeit wartenden Personals.

Neues Genehmigungsverfahren

Wegen der Unstimmigkeiten mit dem Regime in Mali hatte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht den deutschen Einsatz vergangene Woche zunächst ausgesetzt.

Mittlerweile hat man sich von Seiten der UN-Mission MINUSMA mit den malischen Behörden auf ein neues Genehmigungsverfahren für die Rotation von Truppenteilen geeinigt. Doch wann dies richtig in Gang kommt, ist offen.

Zudem hatten Meldungen für Aufsehen gesorgt, neue russische Sicherheitskräfte seien am Flughafen Gao und damit auch in der Nähe des Feldlagers gesichtet worden, wo auch die Bundeswehr stationiert ist. Die Junta in Mali setzt schon länger auf Unterstützung aus Moskau, was bei den westlichen Truppenstellern für heftige Kritik sorgt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. August 2022 um 17:00 Uhr.