Zwei kleine Kinder in einem Flüchtlingslager in der Zentralafrikanische Republik | ADRIENNE SURPRENANT/EPA-EFE/Shut

Infektionskrankheit Erstes Malaria-Vakzin mit hoher Wirksamkeit

Stand: 25.04.2021 10:21 Uhr

Die Universität Oxford hat einen Impfstoff gegen Malaria entwickelt, der erstmals die Anforderungen der WHO an die Wirksamkeit erfüllt. Nach deren Schätzung sterben jährlich allein 270.000 Kinder an der Krankheit.

Ein von der Universität Oxford entwickelter Malaria-Impfstoff hat erstmals in einer klinischen Studie die von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgegebene Marke von 75 Prozent Wirksamkeit erreicht. Das Präparat mit dem Namen "R21/Matrix-M" habe in einer Phase-II-Studie das Risiko einer Erkrankung um 77 Prozent verringert, heißt es in einer Mitteilung der Hochschule.

Studie in Burkina Faso

Die Studie war allerdings recht klein: Einbezogen wurden insgesamt 450 Kinder von 5 bis 17 Monaten in Burkina Faso. Bei der bisher nur als noch nicht von unabhängigen Experten geprüfter Vorab-Veröffentlichung vorliegenden Analyse wurden keine schweren Nebenwirkungen bekannt.

Eine größer angelegte Phase-III-Studie in mehreren afrikanischen Ländern soll nun folgen. Die von der weiblichen Anopheles-Mücke übertragene Krankheit gilt als eine der wichtigsten Ursachen für Kindersterblichkeit in Afrika.

Hoffen auf Notzulassung

Jedes Jahr sterben daran nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 400.000 Menschen, davon 270.000 Kinder. Allein im Jahr 2019 wurden 229 Millionen Fälle registriert. Der Leiter des Jenner-Instituts der Universität Oxford, Professor Adrian Hill, hofft auf eine Notfallzulassung des Präparats durch die WHO. "Wir erhoffen uns, die 400.000 Todesfälle in den nächsten fünf Jahren auf Zehntausende zu reduzieren", sagte er dem "Guardian". Bereits Ende kommenden Jahres könnte der Impfstoff seiner Meinung nach zugelassen sein.

Pandemie beeinflusst auch Kampf gegen Malaria

Zum Welt-Malaria-Tag an diesem Sonntag hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) davor gewarnt, den Kampf gegen die Infektionskrankheit wegen der Corona-Pandemie weiter zu vernachlässigen. "Personal wurde abgezogen, um Corona-Infizierte zu behandeln, und Moskitonetze, Medikamente konnten nicht mehr ausgeliefert werden, weil Versorgungsketten zusammengebrochen sind - oft mit tödlichen Folgen", sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Alle zwei Minuten stirbt ein Kind in Afrika an Malaria", hob Müller hervor. In Asien beispielsweise seien die Malaria-Behandlungen seit Beginn der Corona-Pandemie um 60 Prozent zurückgegangen, in Afrika immerhin um 15 Prozent. "Wir dürfen das nicht einfach so hinnehmen, denn Malaria ist vermeidbar und heilbar", sagte der CSU-Politiker.

WHO-Initiative soll Malaria eindämmen

Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben in der Corona-Krise in diesem Jahr zusätzlich 140 Millionen Euro für den Kampf gegen Infektionskrankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria bereitgestellt. Die WHO hat eine Initiative angekündigt, mit der 25 Länder bis zum Jahr 2025 malariafrei werden sollen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 25. April 2021 um 22:45 Uhr.