Eine überflutete Straße in Vohiparara, Madagaskar  | REUTERS

Madagaskar Opferzahl nach Tropensturm steigt

Stand: 07.02.2022 14:01 Uhr

Auf Madagaskar ist die Zahl der Todesopfer durch den Zyklon "Batsirai" auf mindestens 20 gestiegen. 55.000 Menschen mussten wegen des Sturms ihre Häuser verlassen. Schwere Regenfälle verwüsteten die Reisanbaugebiete.

Der tropische Wirbelsturm "Batsirai" hat nach ersten Behördenschätzungen auf der vor Afrikas Ostküste liegenden Insel Madagaskar mehr Schäden angerichtet als bisher erkennbar war. Nach jüngsten Angaben kamen mindestens 20 Menschen ums Leben.

Tausende Häuser stehen unter Wasser oder wurden komplett zerstört, mindestens 55.000 Menschen wurden vorübergehend obdachlos. Luftbilder, die die Welthungerhilfe vom Südwesten der Insel veröffentlichte, zeigen, dass ganze Ortschaften und viele Ackerflächen unter Wasser stehen. Einige Brücken und Straßenverbindungen sind unterbrochen.

"Batsirai" fegte in der Nacht zum Sonntag vor allem über den Osten und Süden der Insel. Hilfsorganisationen befürchten nachhaltige Schäden, da die Menschen dort noch immer unter den verheerenden Zerstörungen eines vorangegangenen Wirbelsturms leiden.

Regenfälle verwüsten Reisanbaugebiete

Durch das Unwetter ausgelöste schwere Regenfälle verwüsteten laut der UN-Kinderhilfsorganisation UNICEF die Reisanbaugebiete im Inneren des Inselstaates. Es droht eine Verschlimmerung der ohnehin bereits desolaten wirtschaftlichen Lage.

Das Technische Hilfswerk (THW) reagierte nach eigenen Angaben auf ein internationales Hilfeersuchen aus Madagaskar und entsandte erste Hilfskräfte. Das Bundesinnenministerium habe auf Bitte des Auswärtigen Amtes den Einsatzauftrag zur Entsendung eines fünfköpfigen Vorausteams erteilt, teilte das THW in einer Erklärung mit. "Unser Team hilft, konkrete Bedarfe zu ermitteln und die Abläufe zu strukturieren" erklärte THW-Präsident Gerd Friedsam.

Windgeschwindigkeiten bis zu 235 Kilometer pro Stunde

"Batsirai" hatte am späten Samstagabend die Insel im Norden der Mananjary-Region mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 165 Kilometern pro Stunde erreicht - teilweise wurden auch 235 Kilometer pro Stunde gemessen. Bis zum Sonntagmorgen schwächte sich "Batsirai" etwas ab. Der Tropensturm kam von der Insel Mauritius, wo nach Angaben des UN-Nothilfebüros (OCHA) mindestens ein Mensch ums Leben kam.

Der Süden von Afrika befindet sich derzeit in der sommerlichen Zyklon-Saison, die bis März oder April schwere Stürme und Niederschläge mit sich bringen kann. Erst vor gut einer Woche hatte der Tropensturm "Ana" in Madagaskar sowie in Mosambik, Malawi, Simbabwe und Sambia schwere Verwüstungen angerichtet. Viele Gebäude - darunter Schulen - und Felder wurden zerstört, zahlreiche Menschen wurden obdachlos. In Madagaskar waren 58 Menschen ums Leben gekommen.

Die Karte zeigt die Länder, in denen der Zyklon Batsirai und zuvor der Sturm Ana unterwegs war.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Februar 2022 um 03:30 Uhr.