Seif al Islam Gaddafi | REUTERS

Wahlkommission in Libyen Kandidatur von Gaddafi-Sohn abgelehnt

Stand: 25.11.2021 01:53 Uhr

Die Wahlkommission in Libyen will den Sohn des einstigen Machthabers Muammar al-Gaddafi nicht bei der Präsidentenwahl im Dezember antreten lassen. Die Kandidatur sei wegen einer Verurteilung von Saif al-Islam abgelehnt worden.

Der Sohn des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam Gaddafi, darf voraussichtlich nicht bei der im Dezember geplanten Präsidentenwahl antreten. Die Wahlkommission des nordafrikanischen Landes schloss den 49-Jährigen von der Abstimmung aus.

Sie begründete dies damit, dass Gaddafi 2015 von einem Gericht in Tripolis in Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde. Er soll 2011 während des Aufstands gegen seinen damals gestürzten und wenig später getöteten Vater Kriegsverbrechen begangen haben. Der auch vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag gesuchte Saif al-Islam hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Gaddafi kann Entscheidung anfechten

Die Entscheidung der Wahlkommission ist noch nicht endgültig. Der Gaddafi-Sohn hat noch die Möglichkeit, die Entscheidung anzufechten. Mit ihm wurden 24 weitere Bewerber von der Wahlkommission ausgeschlossen, weil auch sie die Bedingungen für eine Kandidatur nicht erfüllten, hieß es. Auch sie haben die Möglichkeit, dagegen rechtliche Schritte einzuleiten.

Gaddafi hatte seine Kandidatur bei der für den 24. Dezember geplanten Wahl vor zehn Tagen eingereicht. Dabei zeigte er sich das erste Mal seit Jahren in der Öffentlichkeit. Seine Ankündigung hatte in Libyen für heftige Kontroversen gesorgt. Wegen anhaltender Auseinandersetzungen zwischen den politischen Kontrahenten ist derzeit unklar, ob die Wahl am geplanten Datum stattfindet.

Über dieses Thema berichtete das Magazin „Weltspiegel“ im Ersten am 17. Oktober 2021 um 19:20 Uhr.