Menschen in Goma in der Demokratischen Republik Kongo schöpfen Wasser aus einer Erdgrube | AFP

Demokratische Republik Kongo Heftige Nachbeben nach Vulkanausbruch

Stand: 25.05.2021 21:19 Uhr

Noch immer haben die Menschen in Goma mit den Folgen des Vulkanausbruchs von vergangenem Samstag zu kämpfen. Nun wurde die Millionenstadt zudem von heftigen Nachbeben erschüttert. Viele Bewohner kampieren im Freien.

Nach dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben mehrere schwere Nachbeben die Millionenstadt Goma erschüttert.

Im Zehn-Minuten-Abstand sollen die Erschütterungen zu spüren gewesen sein und verursachten zum Teil schwere Gebäudeschäden und Risse in den Teerdecken einiger Straßen. Laut der Nachrichtenagentur AFP taten sich nahe dem größten Krankenhaus der Stadt und auf einer wichtigen Verbindungsstraße nahe dem Flughafen zwei Hunderte Meter lange Risse auf.

Gebäude eingestürzt

Nach Polizeiangaben stürzte durch die Erschütterungen auch ein mehrstöckiges Gebäude teilweise ein. Mindestens sieben Menschen sollen dabei schwer verletzt worden sein. Viele Bewohner der Stadt kampieren deshalb aus Angst vor einem neuerlichen Vulkanausbruch seit Tagen im Freien.

Die Flughäfen der Städte Goma und Bukavu blieben bis auf Weiteres geschlossen, gab das Verkehrsministerium bekannt. Der Schulunterricht sei ebenso auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Trinkwasserversorgung ebenso bedroht

Nach der Eruption des Vulkans am Samstag hatten Einwohner ihre Häuser in Panik verlassen und waren teilweise über die Grenze ins benachbarte Ruanda geflohen. Ein Teil der Lava hatte sich in Richtung Goma gewälzt, war aber vor der Grenzstadt gestoppt.

Laut dem regionalen Zivilschutzkoordinator Joseph Makundi gab es mindestens 32 Todesopfer.

Der Vulkan befindet sich im Virunga-Nationalpark, etwa 20 Kilometer nördlich der Großstadt - und damit nahe der Grenze zu Ruanda. Der Mount Nyiragongo brach zuletzt 2002 aus. Lava zerstörte damals große Teile von Goma. Rund 250 Menschen wurden bei dem Ausbruch getötet, 120.000 Menschen wurden obdachlos.

Demokratische Republik Kongo mit Goma

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Mai 2021 um 15:00 Uhr.