Ein Mann kniet auf einem ausgetrockneten Wasserloch. | dpa

Südliches Afrika 45 Millionen Menschen von Hunger bedroht

Stand: 16.01.2020 14:39 Uhr

Die UN warnen vor einer Hungerkrise im südlichen Afrika. Wegen Dürren und anderer Extremwetter - auch infolge des Klimawandels - seien 45 Millionen Menschen von Unterernährung bedroht.

45 Millionen Menschen im südlichen Afrika sind von einer unsicheren Ernährungslage bedroht. Das seien so viele wie nie zuvor, teilte das Welternährungsprogramm WFP in Rom mit. Betroffen sind demnach vor allem Frauen und Kinder in der 16 Staaten umfassenden Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas. Als Ursachen nannte die UN-Agentur wiederholte Dürren, Überschwemmungen und wirtschaftliche Missstände.

Klimawandel als Ursache

Die Hungerkrise habe ein bisher nicht gesehenes Ausmaß und drohe sich noch zu verschlimmern, erklärte Lola Castro, WFP-Regionaldirektorin für das südliche Afrika. Die Priorität liege auf unmittelbarer Hilfe für Millionen Bedürftige. "Absolut lebenswichtig" sei aber auch eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen immer häufigere und zerstörerische Dürren und Stürme. Diese seien unter anderem durch den Klimawandel verursacht.

In den vergangenen fünf Jahren habe der Süden Afrikas lediglich eine normale Wachstumssaison in der Landwirtschaft erlebt. Auch die nächsten Ernten im April und Mai seien durch verspätete Regenfälle und erwartete Trockenheit in den kommenden Monaten in Gefahr.

Hilfen für acht Millionen Menschen

Nach eigenen Angaben plant das WFP, Nahrungsmittelhilfen für 8,3 Millionen Menschen in den am schwersten betroffenen Ländern zur Verfügung zu stellen. Dazu zählen Simbabwe, Sambia, Mosambik, Madagaskar, Namibia, Lesotho, Swasiland und Malawi. Die Organisation rechnet mit einem Finanzbedarf von umgerechnet rund 440 Millionen Euro. Davon seien erst 184 Millionen Euro gesichert.

Mosambik, Nhamatanda: Menschen stehen vor ihren zerstörten Hütten. (Archivbild vom 26.03.2019) | dpa

Neben Dürre sind auch Überschwemmungen - wie hier in Mosambik - eine Gefahr für die Lebensmittelversorgung der Menschen. Bild: dpa

Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 16. Januar 2020 um 20:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Tada 16.01.2020 • 21:40 Uhr

@GamWalter

"Kinder werden in Subsahara-Afrika immer noch als ein Geschenk Gottes angesehen." Am 16. Januar 2020 um 20:21 von GamWalter Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Aber man sollten nicht allzu gierig auf Geschenke sein. Und vor allem nicht zu früh damit anfangen sich beschenken zu lassen. Mit 15 Mutter, mit 30 Großmutter mit 45 Urgroßmutter, mit 60 Urgroßmutter - da wird es halt eng. Mal abgesehen davon, dass es nicht gesund ist vor dem 18. Lebensjahr schwanger zu werden: 30 - 60 - 90 ist die bessere Lösung. Jeder hat Zeit für die Schule, jeder kann Kinder bekommen, jeder hat genug Platz. Schon 20-40-60 wäre ein Fortschritt, weil das eine Generation weniger auf der Erde bedeutet.