Frederik Willem de Klerk (Archivbild: 20.01.2015) | picture alliance/dpa/APA

Friedensnobelpreisträger Südafrikas früherer Präsident de Klerk ist tot

Stand: 11.11.2021 12:43 Uhr

Mit einem Reformkurs hatte Südafrikas früherer Präsident de Klerk die Abschaffung des Apartheid-Regimes eingeleitet - später erhielt er gemeinsam mit Nelson Mandela den Friedensnobelpreis. Nun starb er im Alter von 85 Jahren.

Südafrikas ehemaliger Präsident Frederik Willem de Klerk ist tot. Der Friedensnobelpreisträger starb im Alter von 85 Jahren an einer Krebserkrankung, wie die FW de Klerk Stiftung mitteilte. Er sei am Donnerstagmorgen in seinem Haus in Kapstadt friedlich dem Kampf gegen die Krankheit erlegen.

De Klerk war ab 1989 Präsident der letzten Apartheid-Regierung in Südafrika. Er war Sohn eines Ministers und Neffe eines Ministerpräsidenten, die beide halfen, das rassistische System aufzubauen. Zu Beginn seiner Amtszeit leitete der Klerk jedoch mit einem radikalen Reformkurs die Abschaffung des Apartheid-Regimes ein. Er setzte sich für die Freilassung von Nelson Mandela aus dem Gefängnis ein und kündigte im Februar 1990 das Ende der Rassentrennung an. Noch viele Jahre später erhielt er dafür Morddrohungen weißer Landsleute.

Nobelpreis gemeinsam mit Nelson Mandela

De Klerks Name war untrennbar mit dem von Mandela verknüpft. Südafrika war wegen der systematischen Trennung von Schwarzen und Weißen in den 1980er-Jahren international isoliert. De Klerk galt mit Mandela als Mann eines friedlichen Übergangs. Im Oktober 1993 wurden beide Männer gemeinsam für ihren Versöhnungswillen und "ihre persönliche Integrität und großen politischen Mut" mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Nelson Mandela und Frederik Willem de Klerk | AP

Im Oktober 1993 wurden de Klerk und Mandela mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Bild: AP

Ähnlich wie bei Mandela setzte jedoch auch bei de Klerk später eine Neubewertung seiner historischen Verdienste ein. So erklärte er etwa mehrfach und auch viele Jahre später, nicht alle Aspekte der Apartheid seien moralisch verwerflich gewesen.

Nach 1994 rascher Einflussverlust

Bei den ersten demokratischen Wahlen 1994 gewann Mandelas ANC mit 62 Prozent der Stimmen erwartungsgemäß eine Mehrheit, de Klerks NP kam auf gut 20 Prozent der Stimmen. In der Einheitsregierung unter Mandela wurde de Klerk einer von zwei Vizepräsidenten, verlor jedoch schnell Einfluss.

In den Jahren nach dem Fall der Apartheid lebte de Klerk in Kapstadt, reiste für Vorträge um die Welt und setzte sich mit seiner Stiftung für Rechtsstaatlichkeit und gute Regierungsführung ein. Politisch äußerte er sich kaum noch. De Klerk hinterlässt seine Ehefrau Elita, seine Kinder Jan und Susan sowie mehrere Enkelkinder.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. November 2021 um 12:00 Uhr.