Ein Labormitarbeiter des Wits RHI Shandukani Research Centre in Johannesburg hält Proben von Teilnehmern einer Corona Studie in der Hand (Archivbild) | REUTERS

Coronavirus-Mutation Südafrikanische Variante wohl nicht tödlicher

Stand: 19.01.2021 10:10 Uhr

Südafrikanische Experten geben leichte Entwarnung: Die in ihrem Land zuerst entdeckte Mutation des Coronavirus führt wohl nicht zu höheren Todeszahlen als die Ursprungsvariante.

Neueste Forschungsergebnisse aus Südafrika bestätigen den bisherigen Kenntnisstand, nach dem die südafrikanische Coronavirus-Mutation (B.1.351) nicht tödlicher ist. Allerdings sei sie um 50 Prozent ansteckender als das ursprüngliche Virus, so der südafrikanische Epidemiologe Salim Abdool Karim, der als Mitglied eines Expertengremiums die Regierung berät.

Waasila Jassat, ein weiteres Mitglied des Expertengremiums, sagte, dass sich die Rate der Todesfälle in den Krankenhäusern im Vergleich zur ersten Welle nicht verändert habe, obwohl mehr Menschen eingewiesen würden. 

Mutation inzwischen weit verbreitet

Die Experten analysierten zahlreiche Daten der landesweit verbreiteten Virus-Cluster. Die mutierte Form des Virus gilt mittlerweile als der dominante Stamm in Südafrika. Sie wurde dort Ende 2020 zum ersten Mal entdeckt, inzwischen aber auch in Deutschland. nachgewiesen. Sie tauchte laut RKI bisher bei mehreren Fällen in Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen auf, jeweils mit einer Verbindung nach Südafrika. Da in Deutschland bisher nur vereinzelt das Erbgut des Virus aus Proben entschlüsselt wird, ist von einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle auszugehen.

Wegen der Mutation hatten die südafrikanischen Behörden im Dezember weitere Einschränkungen verhängt. Mit mehr als 1,3 Millionen Infektionsfällen ist Südafrika das Land mit den meisten nachgewiesenen Ansteckungen auf dem Kontinent.

Sorge vor Mutationen in Deutschland

Mit Blick auf Mutationen diskutieren heute auch Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder über eine Verschärfung des Lockdowns in Deutschland.

Neben der südafrikanischen Mutation steht vor allem die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Variante (B.1.1.7) im Fokus. Auch sie gilt als deutlich ansteckender als die Ursprungsvariante.

Zudem ist jüngst am Klinikum Garmisch-Partenkirchen möglicherweise eine weitere Mutation des Coronavirus entdeckt worden. Derzeit werden Proben an der Berliner Charité untersucht. Bei dem Erreger handele es sich nicht um eine der beiden Varianten, erläuterte Clemens Stockklausner, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Klinik in Garmisch-Partenkirchen.

Es komme nun darauf an, welche weiteren Veränderungen sich in dem Erbgut des Virus finden lassen, um eine fundierte Einordnung treffen zu können. Das ganze Genom zu sequenzieren dauere rund zehn Tage. "Wir erwarten bis Ende Januar eine Rückmeldung mit weiteren und aussagekräftigen Details."

Über dieses Thema berichtete das ARD Morgenmagazin am 19. Januar 2021 um 07:39 Uhr.