Eine medizinische Mitarbeiter in Khayelitsha | dpa

Corona-Pandemie Afrika rüstet sich für Impfkampagnen

Stand: 19.01.2021 18:41 Uhr

Die Afrikanische Union hat für den Kontinent 270 Millionen Impfdosen beschafft. Doch die erste Charge wird wohl erst ab April zur Verfügung stehen. Das WHO-Programm Covax soll die Länder schon im März mit Vakzinen versorgen.

Afrikas Staaten bereiten sich für die ersten Corona-Impfkampagnen vor. Auch angesichts der Ausbreitung einer neuen Virusvariante im Süden des Kontinents hoffen sie dadurch auf eine schrittweise Rückkehr zur Normalität. Als Beschaffungsinstrument dient eine Initiative der Afrikanischen Union (AU) namens AVATT.

Über sie wurden der südafrikanischen AU-Präsidentschaft zufolge 270 Millionen Impfdosen beschafft. 50 Millionen sollen zwischen April und Juni zur Verfügung stehen, hatte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa kürzlich erklärt. Schon am vergangenem Donnerstag wurde bekannt, dass die AU sich über das Indische Seruminstitut Vakzine von Pfizer/BioNTech, Johnson & Johnson und AstraZeneca gesichert habe.

Der Inselstaat der Seychellen und der westafrikanische Staat Guinea hatten schon zuvor mit ersten Impfungen begonnen - mit Präparaten aus China (Seychellen) und Russland (Guinea).

600 Millionen Dosen über Covax

Parallel zur Impfkampagne der Afrikanischen Union läuft auch das WHO-Programm Covax an. Das Beschaffungsprogramms hat zum Ziel, auch ärmere Länder mit Vakzinen zu versorgen. An diese sollen etwa 600 Millionen Dosen Impfstoff geliefert werden.

Allerdings könnten die dortigen Staaten erst im März mit ersten Corona-Impfdosen rechnen, erklärte die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation, Matshidiso Moeti, vergangene Woche. Eine größere Menge der Dosen werde dann bis Juni folgen, sagte sie. Unglücklicherweise sei international eine ungleiche Verteilung der Impfdosen zu verzeichnen, betonte die Regionaldirektorin.

Die Dosen sollen auf Grundlage der Bevölkerungsgröße und der Schwere des Infektionsgeschehens an die einzelnen Länder geliefert werden. Mitarbeiter des Gesundheitswesens sollen bei den Impfungen die höchste Priorität erhalten, nachdem sich Tausende von ihnen infiziert haben.

3,3 Millionen Infizierte

Die Infektionszahlen auf dem Kontinent hatten nach einem vergleichsweise milden Pandemiebeginn im Vorjahr zuletzt massiv zugenommen - sie liegen gemäß der AU-Angaben von heute aktuell bei knapp 3,3 Millionen erfassten Infektionen und knapp 80.000 registrierten Todesfällen.