Emmanuel Macron beim Corona-Hilfsgipfel in Paris | EPA

Gipfeltreffen in Paris Milliardenhilfen für Afrika gefordert

Stand: 18.05.2021 22:26 Uhr

Mit einem Appell für milliardenschwere Hilfen für den afrikanischen Kontinent ist ein Gipfel mit mehr als 40 Staaten und Institutionen zu Ende gegangen. Das Geld soll dabei helfen, die verheerenden Folgen der Corona-Krise abzumildern.

Zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Führungspersönlichkeiten internationaler Organisationen haben in der Abschlusserklärung eines Pariser Gipfels zu Finanzhilfen für den afrikanischen Kontinent aufgerufen. Außerdem wurden Schuldennachlässe sowie das Teilen von Impfstoff-Patenten gefordert.

"Die meisten Regionen der Welt bringen nun massive Aufbaupläne für die Zeit nach der Pandemie auf den Weg", hieß es in der Gipfel-Erklärung. Die internationale Gemeinschaft könne es sich nicht leisten, "afrikanische Volkswirtschaften im Stich zu lassen".

100 Milliarden Dollar für Afrika?

Die Wirtschaft soll mit Milliardenhilfen angekurbelt werden. Über den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington könnten auch dank der Solidarität reicher Länder rund 100 Milliarden Dollar mobilisiert werden, kündigte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron an, der zum Gipfel geladen hatte.

"Wachstum und Stabilität in Afrika bedeuten Wohlstand und Stabilität in Europa", sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. "Afrika ist einer der am wenigsten geimpften Kontinente der Welt - ein wirtschaftlicher und sozialer Notstand", sagte Macron. Es gebe insgesamt einen Finanzierungsbedarf bis 2025 von geschätzt 285 Milliarden Dollar.

Geld über Aufstockung von Buchkrediten

Abhilfe sollen unter anderem sogenannte Sonderziehungsrechte (Special Drawing Rights, SDR) schaffen, die der IWF seinen Mitgliedstaaten 1970 zugeteilt hatte. Dabei handelt es sich um Buchkredite in Milliardenhöhe. Macron schlug vor, die Mittel für Afrika aus diesem Topf aufzustocken. "Aus den 33 Milliarden von heute sollten 100 Milliarden werden", sagte der Präsident. US-Finanzministerin Janet Yellen stimmte diesem Vorschlag per Videokonferenz grundsätzlich zu. 

Aber auch die Privatwirtschaft soll am Wiederaufbau Afrikas beteiligt werden. Investitionen sollten laut Abschlusserklärung unter anderem in den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Digitalwirtschaft fließen.

Frankreich streicht Schulden

Zur Unterstützung des demokratischen Übergangs im Sudan hatte Macron bereits am Montag angekündigt, Frankreich wolle die gesamten bilateralen Schulden von fast fünf Milliarden Dollar streichen.

Deutschland will seinerseits auf 360 Millionen Euro verzichten und Ausstände des ostafrikanischen Landes beim IWF von bis zu 90 Millionen Euro übernehmen, wie Bundesaußenminister Heiko Maas in Paris mitteilte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Mai 2021 um 20:00 Uhr.