Unglücksstelle in Burkina Faso

Burkina Faso Mehr als 60 Tote nach Explosion nahe Goldmine

Stand: 22.02.2022 18:36 Uhr

Goldabbau ist ein bedeutender Wirtschaftszweig in Burkina Faso. Immer wieder ereignen sich Unglücke, oft auch in illegalen Minen. Bei der Explosion in einer Goldwaschanlage starben nun mindestens 63 Menschen.

Bei der Explosion in der Nähe einer Goldmine in Burkina Faso sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen. Der Staatsanwalt von Gaoua, Alpha Compaoré, sprach von 63 Toten und rund 40 Verletzten, nach Angaben aus einem Krankenhaus gab es 70 Verletzte.

Der Staatsanwalt teilte mit, dass im Rahmen der Ermittlungen zur Unglücksursache eine Festnahme erfolgt sei. Der Festgenommene müsse mit einer Strafverfolgung wegen fahrlässiger Tötung rechnen. An der Stelle, an der das Gold gewaschen wurde, seien gefährliche Produkte wie Zyanid und Dynamit genutzt worden. Der Gouverneur der Region, Wendinmanegdé Emmanuel Zongo, ordnete die Schließung der Mine "bis auf weiteres" an.

Augenzeugenberichten zufolge löste ein Brand die Explosion von geschmuggelten Dynamitstangen in der behelfsmäßigen Goldwaschanlage aus. Der Bereich, in dem das Dynamit gelagert wurde, diente laut Anwohnern auch als Markt.

Menschen graben in Burkina Faso nach Gold. | imago images/Environmental Image

Vom Goldabbau in Burkina Faso leben schätzungsweise Millionen von Menschen. Bild: imago images/Environmental Image

Gold ist wichtiges Exportgut

Gold hat sich in den vergangenen zwölf Jahren zum wichtigsten Exportgut von Burkina Faso entwickelt. Laut offiziellen Angaben werden jährlich rund 70 Tonnen Gold exportiert. Zehntausende Menschen sind in diesem Sektor demnach direkt oder indirekt beschäftigt.

Rund zehn Tonnen Gold werden den Schätzungen zufolge auch aus illegalen Minen gewonnen. Die Behörden in dem armen Sahel-Staat haben das Goldwaschen zwar verboten, doch gelingt es ihnen kaum, den illegalen Goldabbau zu kontrollieren. An ihm sind nach offiziellen Angaben mehr als eine Million Menschen beteiligt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. Februar 2022 um 13:34 Uhr.