Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen nahe des Stützpunktes im Norden Malis. | dpa

Bericht über Söldner-Truppen Kramp-Karrenbauer stellt Mali-Einsatz infrage

Stand: 15.09.2021 16:20 Uhr

Seit acht Jahren beteiligt sich Deutschland an der UN-Mission in Mali. Doch nun könnte der Einsatz auf der Kippe stehen. Hintergrund ist die mögliche Zusammenarbeit der malischen Regierung mit russischen Söldnern.

Nach Berichten über eine mögliche Zusammenarbeit der Regierung in Mali mit russischen Söldnern stellt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer den Einsatz der Bundeswehr in dem afrikanischen Land infrage.

Auf Twitter schrieb die CDU-Politikerin, solche Vereinbarungen zwischen Mali und Russland würden all dem widersprechen, "was Deutschland, Frankreich, die EU und die UN in Mali seit acht Jahren leisten". Sollte sich eine solche Kooperation bestätigen, müsse die Bundesregierung gemeinsam mit dem Bundestag Konsequenzen ziehen - möglicherweise auch zum Mandat für den Einsatz deutscher Soldaten.

Frankreich droht mit Abzug seiner Soldaten

Am Dienstag hatte der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian die mögliche Zusammenarbeit der malischen Regierung mit der sogenannten Gruppe Wagner kritisiert. Dabei handelt es sich um russische Söldner, denen in der Vergangenheit bereits Folter und ein extrem gewaltsames Vorgehen vorgeworfen wurden.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Diplomatenkreise berichtete, sollen Mali und die Söldner-Gruppe darüber verhandeln, dass die Söldner das malische Militär trainieren und führende Vertreter des Regimes schützen. Die Agentur AFP meldete, dass bis zu tausend Paramilitärs die Streitkräfte in Mali ausbilden sollen.

Die malischen Behörden räumten ein, dass Gespräche mit der russischen Gruppe geführt würden, dass aber "noch nichts unterschrieben ist". Russland wies zurück, dass es Verhandlungen über eine militärische Präsenz in Mali gebe.

"Misshandlungen und allerlei Vertöße"

"Wagner ist eine Miliz, die in der Vergangenheit in Syrien und der Zentralafrikanischen Republik mit Misshandlungen und allerlei Verstößen bewiesen hat, dass sie kein Teil einer Lösung und daher mit unserer Präsenz unvereinbar ist", sagte Le Drian.

Auch aus dem Auswärtigen Amt und dem Bundesverteidigungsministerium hieß es, die Berichte seien "besorgniserregend". Man werde mit den europäischen und internationalen Partnern beraten und gegebenenfalls über Konsequenzen sprechen.

Blauhelme seit 2013 im Einsatz

Die Friedensmission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMA) dauert bereits seit 2013 an. Sie gilt als der gefährlichste Einsatz der Blauhelme. Mehr als 250 UN-Einsatzkräfte sind seit Beginn der Mission ums Leben gekommen.

Der Einsatz soll der Stabilisierung in dem westafrikanischen Land dienen. Hier kämpfen malische, französische und europäische Streitkräfte, sowie die UN-Truppen seit langem gegen Aufständische, die mit den Terrormilizen "Islamischer Staat" und Al-Kaida in Verbindung stehen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. September 2021 um 16:26 Uhr.