Gesamtansicht der 3000 Jahre alten Ruinen der von ägyptischen Archäologen entdeckten Stadt im heutigen Luxor. | dpa

Ausgrabung in Ägypten Verlorene Pharaonen-Stadt entdeckt

Stand: 09.04.2021 19:40 Uhr

Bei Ausgrabungen in Ägypten ist eine 3000 Jahre alte Stadt entdeckt worden. Es handelt sich um die größte antike Siedlung, die jemals gefunden wurde. Sie galt als verloren - und wurde nun durch Zufall entdeckt.

Archäologen haben bei Ausgrabungen im ägyptischen Luxor eine 3000 Jahre alte Stadt entdeckt. Es handele sich dabei um die größte antike Stadt, die jemals in Ägypten gefunden wurde, erklärte Missionsleiter Sahi Hauass. Die Siedlung gehe demnach zurück auf eine sogenannte Goldene Ära und stamme aus der Zeit des Königs Amenophis III., der von etwa 1391 bis 1353 v. Chr. im Alten Ägypten herrschte. Das belegen dem Archäologen zufolge auch ausgegrabene Gegenstände wie Lehmziegel mit Siegeln des Pharaos.

Die antike Stadt sei gut erhalten, mit fast vollständigen Mauern und Räumen. "Viele Auslandsmissionen haben nach dieser Stadt gesucht und sie nie gefunden", sagte Hauass. Sie galt demnach als verloren. Am westlichen Ufer des Nils gelegen, sei sie einst die größte Verwaltungs- und Industriesiedlung des Pharaonenreichs gewesen, sagte Hauass.

Menschen gehen durch die 3000 Jahre alten Ruinen einer wieder entdeckten antiken Siedlung im heutigen Luxor.  | dpa

Die Wiederentdeckung der verloren geglaubten Stadt gilt bereits jetzt als der wichtigste archäologische Fund seit Tutanchamuns Grab im Jahr 1922. Bild: dpa

"Zweitwichtigste archäologische Entdeckung"

Der Archäologe sowie das ägyptische Antikenministerium hatten den Fund im Süden des Landes verkündet. "Die Entdeckung dieser verlorenen Stadt ist die zweitwichtigste archäologische Entdeckung seit dem Grab von Tutanchamun", sagte die Professorin für Ägyptologie an der Johns Hopkins Universität in den USA, Betsy Bryan. Das Grab des Pharaos war 1922 entdeckt worden.

Die Ausgrabung hatte Hauass zufolge im September 2020 begonnen - eigentlich mit dem Ziel, den Totentempel von Tutanchamun zu finden. "Zur großen Überraschung des Teams tauchten in alle Richtungen Lehmziegelformationen auf", sagte der Archäologe. Außerdem wurden unter anderem Ringe, farbige Tonwaren sowie Spinn- und Webwerkzeuge gefunden. "Die archäologischen Schichten lagen Tausende Jahre unberührt, von den antiken Bewohnern zurückgelassen, als ob es gestern gewesen sei", hieß es in der Erklärung.

Zuletzt viele archäologische Funde

Ägypten hatte zuletzt eine Reihe archäologischer Entdeckungen verkündet. So waren im Februar bei Ausgrabungen im Nildelta Überreste einer antiken Brauerei freigelegt worden. Im Januar hatten Archäologen in der Totenstadt Sakkara bei Kairo zudem einen Totentempel und 50 weitere Sarkophage gefunden.

Die Bekanntgabe antiker Entdeckungen soll auch die angeschlagene Tourismusbranche in Ägypten wiederbeleben. Die Wirtschaft ist von Tourismus-Einnahmen abhängig und hat während der Corona-Pandemie stark gelitten.

Ein ähnliches Ziel verfolgte auch eine feierliche Prozession in Kairo in der vergangenen Woche: Dabei wurden die Mumien von 22 Königen und Königinnen aus dem alten Ägypten durch die Stadt transportiert, um in ein neues Museum verlegt zu werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. April 2021 um 16:50 Uhr.