Getreide wird am Verladeterminal eines ukrainischen Agrarexporteurs in der südukrainischen Stadt Nikolaev maschinell in ein Schiff geschüttet. (Archivbild: 9. Juli 2013) | REUTERS

Blockierte ukrainische Häfen Putin offenbar bereit zu Getreideexporten

Stand: 03.06.2022 20:51 Uhr

Millionen Tonnen Getreide hängen in ukrainischen Häfen fest, weil Russland die Zugänge blockiert. Das hat vor allem für afrikanische Länder schmerzhafte Folgen. Kreml-Chef Putin soll nun zugesagt haben, eine Ausfuhr zu ermöglichen.

Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges gehen weit über die Grenzen Europas hinaus. Weil wichtige Getreidelieferungen ausfallen, drohen in einigen Regionen Afrikas Hungerkatastrophen.

Die Afrikanische Union (AU) hofft nun, dieses Szenario abwenden zu können. Denn nach Angaben ihres Vorsitzenden, Macky Sall, soll Russlands Präsident Wladimir Putin bereit sein, den Export von Getreide zu ermöglichen. Das teilte Sall nach einem Treffen mit dem Kreml-Chef in Sotschi auf Twitter mit. Russland wolle die Ausfuhr von Weizen und Düngemitteln in Richtung Afrika gewährleisten.

Putin und der senegalesische Präsident Sall hatten sich in Sotschi getroffen, um über eine Freigabe aller Lebensmittelprodukte und eine Aufhebung der russischen Ausfuhrblockade für Getreide zu sprechen. Nach Angaben des Vorsitzenden der Kommission der AU, Moussa Faki Mahamat, der auch an dem Treffen teilnahm, ist die Aussetzung der Getreideblockade notwendig, um die verheerenden wirtschaftlichen und sozioökonomischen Auswirkungen einer wachsenden Lebensmittel- und Energiekrise abzufangen.

Putin: Ukraine soll Minen entfernen

Putin wies bei dem Spitzengespräch eine Verantwortung Moskaus für die Getreideknappheit auf dem Weltmarkt zurück. Die Krise habe schon vor dem Krieg in der Ukraine begonnen, den Putin nach seiner Sprachregelung eine militärische Spezialoperation nannte.

Nicht Russland verhindere einen Export von Weizen aus der Ukraine, so der Präsident im russischen Fernsehen. Vielmehr solle die Ukraine die Minen vor ihren Häfen an der Schwarzmeerküste entfernen. Die russische Armee werde dies nicht für Angriffe ausnutzen, versprach Putin. Russland könne auch die von ihm kontrollierten Häfen Mariupol und Berjansk am Asowschen Meer zur Verfügung stellen.

Kiew traut Moskau nicht

Faktisch blockiert die russische Marine die ukrainischen Häfen. Die Kiewer Führung traut den Moskauer Zusagen einer sicheren Passage von Schiffen aus der Ukraine durch das Schwarze Meer nicht. In früheren Äußerungen hatte der Kreml ein Ende der Getreideblockade an die Aufhebung von Sanktionen gegen Russland geknüpft.