Opfer des Taifuns Ida erreichen eine Hilfsstation in Beira, Mosambik. | Bildquelle: dpa

Hilfe nach Zyklon "Idai" Die größte Not trifft die Ärmsten

Stand: 23.03.2019 13:25 Uhr

Nach dem Zyklon "Idai" herrscht in Südostafrika Chaos: Allein in Mosambik stieg die Zahl der Toten auf mehr als 400. Nun warnt die WHO zudem vor Epidemien durch unreines Wasser.

Von Leonie March, ARD-Studio Johannesburg

Die humanitäre Hilfe läuft auf Hochtouren: Notunterkünfte werden gebaut, Kliniken repariert, Lebensmittel treffen im Hafen der fast komplett zerstörten Stadt Beira in Mosambik ein. Andere Hilfsgüter erreichen den Flughafen. Von dort aus arbeiten die meisten Hilfsorganisationen, denn nur dort gibt es Strom und Internet.

"Es mangelt auch an Treibstoffen", sagt Jens Pedersen von Ärzte ohne Grenzen. Das sei ein großes Problem mit Blick auf den Transport von Hilfsgütern, aber auch für die Notstromversorgung. Ein weiteres Problem:

"Dazu kommt, dass die städtische Wasserversorgung schwer beschädigt wurde. Der Mangel an sauberem Trinkwasser und die damit verbundenen Krankheiten bereiten uns zunehmend Sorgen. Viele Gegenden im Hinterland sind noch immer von der Außenwelt abgeschnitten. Sie können nur mit Helikoptern oder Booten erreicht werden, was die Hilfe extrem erschwert."

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Nach Zyklon "Idai": Tausende Menschen kämpfen in Mosambik, Simbabwe und Malawi um ihr Leben

Blick auf überflutetes Gebiet in Mosambik

Knapp eine Woche nach dem Zyklon "Idai" kämpfen Tausende Menschen in den Katastrophengebieten in Mosambik, Simbabwe und Malawi um ihr Leben. Besonders stark betroffen ist Mosambik. Hunderttausende sind obdachlos geworden. | Bildquelle: AFP

Krankheiten wie Cholera und Typhus drohen

Rund 3000 Quadratkilometer sind überschwemmt. In den braunen Wassermassen schwimmen Leichen und Tierkadaver. Sanitäre Einrichtungen gibt es nicht.

In ihrer Not trinken die Menschen verunreinigtes, stehendes Wasser. Die Weltgesundheitsorganisation hat deshalb einen Notfallplan zur Bekämpfung von Malaria, Cholera und Typhus angekündigt. Von einer Entspannung kann im Katastrophengebiet mehr als eine Woche nach dem verheerenden Tropensturm "Idai" also weiterhin keine Rede sein.

"Hilfsarbeit wird lange dauern"

"In vielerlei Hinsicht beginnt die Hilfsoperation erst jetzt, sagt Gerald Bourke vom Welternährungsprogramm. Und sie werde lange dauern.

"Wir versuchen nun, die in dem riesigen Gebiet zerstreuten, obdachlosen Hilfsbedürftigen zu zentralen Orten zu bringen. Dort können wir ihnen eine Unterkunft bieten, sie medizinisch, psychologisch und mit Nahrungsmitteln versorgen."

Rund 1,7 Millionen Menschen haben nach Angaben der Vereinten Nationen in dem Katastrophengebiet im Dreiländereck von Mosambik, Malawi und Simbabwe gelebt. Darunter viele Kleinbauern, die ohnehin schon von der Hand in den Mund gelebt  hätten, betont Bourke:

"Die ganze Region hat in den vergangenen Jahren unter einer Dürre gelitten. Deshalb waren die Lebensmittelvorräte schon vor dieser Katastrophe knapp."

Viele Menschen chronisch mangelernährt

Viele Menschen sind chronisch mangelernährt, in Mosambik mehr als 40 Prozent der Bevölkerung. Besonders betroffen sind Kleinkinder, Mütter und schwangere Frauen.

"Die Menschen werden noch über Monate unsere Hilfe benötigen. Wir tun alles, was wir können, um genügend Nahrungsmittel bereit zu stellen", sagt Bourke.

Alle Hilfsorganisationen haben ihre Einsätze ausgebaut und stellen sich auf eine langfristige Unterstützung der Krisenregion ein. Das gesamte Ausmaß der Zerstörung und die Zahl der Opfer werden sie jedoch erst dann kennen, wenn das Wasser in den überschwemmten Gebieten weiter zurückgeht.

Lage im ostafrikanischen Katastrophengebiet
Leonie March, ARD Johannesburg
23.03.2019 12:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 und NDR Info im Mittagsecho am 23. März 2019 um 13:00 Uhr.

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