Giraffen | Bildquelle: AP

Bedrohte Tiere Afrika streitet über Giraffenschutz

Stand: 22.08.2019 22:16 Uhr

Die Internationale Artenschutzkonferenz will die Giraffe stärker zu schützen. Doch nun streiten ost- und südafrikanische Staaten darüber, wie das geschehen soll.

Von Norbert Hahn, ARD-Studio Nairobi

Zwei kleine Holzgiraffen recken ihre verknoteten Hälse in den Himmel, neben Perlenketten und Armreifen. Giraffen haben einen festen Platz auf dem Markt, den der Samburu-Stamm in seinem Dorf für die Touristen aufgebaut hat. Sie wissen: Ohne Giraffen würde der Nationalpark hinter ihrem Dorf Touristen und Einnahmen verlieren - und die Samburu auch.

"Früher, als Kinder, haben wir uns vor den Giraffen gefürchtet. Sie waren überall," erinnert sich Jacob Leaidura, ein Samburu-Ältester. "Vielleicht ist uns deswegen entgangen, wie sie immer weniger wurden."

Artenschutz-Konferenz in Genf will Giraffen stärker schützen
tagesthemen 22:15 Uhr, 22.08.2019, Norbert Hahn, ARD Nairobi

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Bestände schrumpfen drastisch

Hier, im Samburu-Park, geht es um die Netzgiraffe, deren Bestand in den vergangenen 30 Jahren um etwa 70 Prozent abgenommen hat. Weiter nördlich sind die Bestände der Nubischen Giraffe in dieser Zeit gar um 97 Prozent geschrumpft - ein verheerendes Signal, das sogar den Untergang dieser Art ankündigen könnte.

Giraffen | Bildquelle: dpa
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Giraffen werden oft Beute von Wilderern.

Das größte Problem für die kenianische Netzgiraffe sind derzeit illegale Wilderer, die auf das Fleisch der Tiere aus sind. "Da kommen Pick-Ups über die Grenze, vier oder fünf Tiere werden erschossen und die Wagen fahren mit ihnen zurück über die Grenze," sagt der Begründer des Netzgiraffen-Projekts im Samburu-Nationalpark, John Doherty. Pro Kilo Fleisch bringe das 50 Dollar. Wahrscheinlich ernährten damit auch islamistische al-Shabaab-Milizen in Somalia ihre Kämpfer.

In Ost- und Westafrika, wo Nationalparks meist nicht umzäunt sind, um die natürliche Wanderung zu gewährleisten, haben es Wilderer leicht. Oft schlagen sie zu, wenn die Tiere die Parks verlassen haben. Im südlichen Afrika gibt es mehr Zäune. Und: Dort kommen Besucher schon mal als Jäger, die viel Geld dafür bezahlen, um ein Tier erlegen zu können.

Schützen Zäune und gezielte Jagd den Bestand?

Weitgehend aus Südafrika und Namibia kamen denn auch die etwa 40.000 Giraffen-Teile, die innerhalb von zehn Jahren in die USA eingeführt wurden. Das aber die Population von zwei Giraffenarten aus dieser Region trotz der Jagd zugelegt hat, war bis jetzt ein Kernpunkt im Streit um den rechten Weg: Mehr als 30 Staaten Ost- und West-Afrikas stehen gegen den Süden. Es geht dabei nicht mal um ein Verbot der Jagd, sondern nur um eine Kontrolle der stetig steigenden Lust auf Trophäen:

"Die Leute wollen aber den Aufwand meiden, den Export-Anträge mit sich bringen," meint John Doherty. "Und sie fürchten dieses zusätzliche Stigma, das verbunden ist mit der Jagd auf Tiere, die als gefährdete Art eingestuft sind. Das könnte der Nachfrage und damit der Jagd-Industrie schaden."

Giraffen | Bildquelle: AFP
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Der Bestand ist in den vergangenen 30 Jahren dramatisch zurückgegangen.

Artenschutzkonferenz empfiehlt mehr Schutz

Ein Expertengremium der Internationalen Artenschutzkonferenz (CITES) hat gerade erst empfohlen, die Giraffen stärker zu schützen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Vertragsstaaten dem Vorschlag bis zum Ende der Konferenz am kommenden Mittwoch zustimmen werden. Für den Handel mit Giraffen und Giraffenteilen müsste dann jeweils gewiesen werden, dass die Tierbestände nicht gefährdet sind.

Ob die CITES-Entscheidung der Industrie schadet und ob sie Giraffenarten rettet, werden schon die nächsten Jahre zeigen. Denn viel mehr Zeit wird so mancher Art nicht bleiben.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 22. August 2019 um 22:15 Uhr.

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