Ebola-Virus | Bildquelle: AP

Forschung in Afrika Ebola-Erreger in Fledermaus entdeckt

Stand: 26.01.2019 12:23 Uhr

Seit der Epidemie 2014 und 2015 ist Ebola in Liberia offiziell eingedämmt - doch verschwunden ist das Virus in Afrika nicht. Nun könnte eine Fledermaus neue Erkenntnisse über die Krankheit liefern.

Wissenschaftler haben bei ihren Forschungen über die Ebola-Krankheit das Virus erstmals bei einer Fledermaus in Westafrika nachgewiesen. Die neuen Erkenntnisse könnten Hinweise liefern, wie der Erreger übertragen wird und sich verbreitet.

Tausende Tote in 2014 und 2015

Insgesamt wurden in Liberia Proben von 4000 Fledermäusen entnommen, um ihre DNA zu untersuchen. Das Genom des Tieres, welches das Virus in sich trug, zeigte eine große Übereinstimmung mit dem sogenannten Zaire-Ebola-Virus. Durch diesen Erreger waren bei einer Epidemie in den Jahren 2014 und 2015 rund 11.000 Menschen in Westafrika durch Ebola ums Leben gekommen. Vor allem Liberia, Guinea und Sierra Leone waren von der Krankheitswelle betroffen.

In Liberia wurden nach dem Ende der Epidemie keine neuen Fälle mehr registriert. Im Kongo allerdings grassiert derzeit das hämorrhagische Fieber. Hunderte Menschen sind bereits gestorben. Unter diesem Begriff werden mehrere virale Erkrankungen zusammengefasst, zu denen auch das Ebola-Virus zählt.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes in Guinea im Kampf gegen Ebola.
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Bringt die Entdeckung des Virus bei der Fledermaus Erkenntnisse über die Verbreitung?

Die Entdeckung des Erregers in der Fledermaus könnte darauf hinweisen, dass die Krankheit über die Tiere auch auf den Menschen übertragen werden kann. "Bislang wussten wir gar nicht, wie es zu der Westafrika-Epidemie kam", sagte Simon Anthony von der Universität Columbia in New York. Bisher hatten Forscher, die in den damals von dem Ebola-Ausbruch betroffenen Regionen tätig sind, nur Antikörper gegen das Virus in Fledertieren entdeckt - also in Fledermäusen oder auch in Flughunden.

In zentralafrikanischen Ländern allerdings wurde bereits vor Jahren festgestellt, dass Fledertiere das Virus in sich tragen können. Von den tausenden in Liberia genommenen DNA-Proben wurde bislang ein Viertel analysiert - bei allen anderen Proben wurde kein Virus gefunden. Damit könnte es auch sein, dass die betroffenen Fledermaus durch ein anderes Tier mit dem Virus infiziert wurde.

Fledermäuse dienen als Nahrung

Trotzdem hoffen die liberianischen Behörden, durch das aktuelle Forschungserbenis Strategien entwickeln zu können, um das Risiko einer erneuten Ebola-Epidemie zu reduzieren. So warnten sie die Bevölkerung, Fledermäuse zu jagen und zu essen. Liberia gehört laut Angaben der Vereinten Nationen zu den zehn ärmsten Ländern weltweit. Fledermäuse sind daher eine verbreitete Nahrungsquelle.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 30. Januar 2019 um 18:05 Uhr.

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