Ein Flugzeug der Linie Qatar Airways hebt vom Flughafen Kabul ab | via REUTERS

Zivilflug aus Afghanistan 15 Deutsche aus Kabul ausgeflogen

Stand: 09.09.2021 22:25 Uhr

Unter den mehr als 100 Menschen, die mit einem Charterflug Kabul verlassen haben, sind auch 15 deutsche Staatsbürger. Das bestätigte das Auswärtige Amt. Und es gibt Hoffnung, dass ein weiterer Flug Afghanistan verlassen kann.

Im Rahmen des ersten Evakuierungsflugs aus der afghanischen Hauptstadt Kabul seit Ende des internationalen Militäreinsatzes sind auch 15 deutsche Staatsangehörige ausgeflogen worden. Dies erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Sie seien mit Hilfe der Regierung Katars ausgeflogen worden, es handele sich bei ihnen vor allem um Frauen und Kinder.

"Die Möglichkeit zur Ausreise bot sich sehr kurzfristig. Wir arbeiten weiter intensiv daran, in den nächsten Tagen weitere Ausreisemöglichkeiten zu schaffen und werden die betroffenen Personen darüber aktiv informieren", so der Sprecher. Er dankte Katars Regierung für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Wochen.

Zahl von Passagieren unklar

Der Nationale Sicherheitsrat des Weißen Hauses teilte mit, die Taliban hätten sich bei der Aktion kooperativ gezeigt. Nach einem Bericht der "Washington Post" waren auf der Passagierliste des gecharterten Flugzeugs der katarischen Airline Qatar Airways 211 Afghanen mit doppelter Staatsbürgerschaft, darunter Menschen mit Pässen Deutschlands, der USA, Kanadas, Großbritanniens, Italiens, der Niederlande und der Ukraine. Später wurde in mit dem Vorgang vertrauten Kreisen jedoch von nur "etwa 113" Passagieren gesprochen. Darunter waren nach offiziellen Angaben auch 13 niederländische und 13 britische Staatsbürger.

Weiterer Flug am Freitag?

Der katarische Sondergesandte für Afghanistan, Mutlak al-Kahtani, sprach von einem "historischen Tag" für den Kabuler Flughafen. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur "Wiedereröffnung des Flughafens für internationale Flüge". Er hoffe, dass ein weiterer Flug am Freitag starten könne.

Katar ist in der Afghanistan-Krise ein Schlüssel-Akteur. In dem Golf-Staat fanden 2020 die Verhandlungen zwischen den Taliban und der US-Regierung über einen Truppenabzug aus Afghanistan statt. Später wurden in Katar die Verhandlungen zwischen der Miliz und der damaligen afghanischen Regierung geführt. 

Wenige Wochen Luftbrücke

Die nach der Machtübernahme der Taliban gestarteten Evakuierungsflüge aus Kabul waren Ende August eingestellt worden. Über die internationale Luftbrücke waren binnen weniger Wochen etwa 123.000 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen worden. Aber nicht alle ausreisewilligen Ausländer schafften es rechtzeitig außer Landes. Zurückgelassen wurden auch zahlreiche Dolmetscher und andere afghanische Ortskräfte der ausländischen Truppen. Viele von ihnen fürchten nun Racheaktionen der Taliban. 

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 09. September 2021 um 22:15 Uhr.