Präsident Aschraf Ghani unterschreibt das Dokument zur Freilassung von 400 Taliban-Kämpfern. | Bildquelle: AFGHANISTAN PRESIDENTIAL PALACE/

Afghanistan Gefährliche Taliban-Kämpfer kommen frei

Stand: 10.08.2020 23:17 Uhr

In Afghanistan kommen 400 als besonders gefährliche eingestufte Taliban-Kämpfer frei. Dies ordnete Präsident Ghani an, der damit den Weg für Friedensverhandlungen ebnen möchte. Die Taliban reagierten erfreut.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hat die Anordnung zur Freilassung von 400 Taliban-Kämpfern unterzeichnet. Ghani folgte einer Empfehlung der Großen Ratsversammlung.

Die Freilassung von 400 als besonders gefährlich eingestuften Taliban galt als wichtigste Forderung der militanten Gruppe vor Beginn der Friedensverhandlungen. Die Taliban bezeichneten den Schritt als "gute Entscheidung". Nach Freilassung der Gefangenen sei ihr Verhandlungsteam innerhalb von einer Woche zum Beginn der Friedensgespräche bereit, sagte der Sprecher des politischen Büros der Taliban, Suhail Schahin, der Nachrichtenagentur dpa.

Am Sonntag hatte eine traditionelle Ratsversammlung, die Loja Dschirga, der Regierung die im Land umstrittene Freilassung empfohlen.

Abkommen mit den USA

Die USA hatten mit den Taliban am 29. Februar in Katar ein Abkommen unterzeichnet, das einen Abzug der internationalen Truppen vorsieht. Im Gegenzug versicherten die Taliban, ihre Beziehungen mit anderen Terrororganisation zu beenden.

Gleichzeitig soll das Abkommen den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten - dafür war ein Gefangenenaustausch als vertrauensbildende Maßnahme vereinbart worden. Bis zu 5000 inhaftierte Taliban sollten im Tausch gegen 1000 von den Rebellen festgehaltene Gefangene der Regierungsseite freikommen.

NATO spricht von "historischer Gelegenheit"

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief die Konfliktparteien dazu auf, die anstehenden Friedensgespräche zu einem Erfolg zu machen. Die Gespräche seien eine historische Gelegenheit, schrieb er nach Gesprächen mit Präsident Ghani und dem Vorsitzenden des Rats für Versöhnung, Abdullah Abdullah. Die NATO stehe im Kampf gegen den Terrorismus an Afghanistans Seite. Zur Unterstützung des Friedensprozesses werde sie auch die Präsenz ihrer Truppen anpassen. Am NATO-Ausbildungseinsatz "Resolute Support" sind etwa 12.000 Soldaten beteiligt.

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