Im afghanischen Herat sind an einer Straße große Schalen mit Hülsenfrüchten udn Gewürzen auf einem Stand aufgereiht. | EPA

Afghanistan Taliban kündigen Waffenstillstand an

Stand: 10.05.2021 08:30 Uhr

In wenigen Tagen endet der Ramadan - die Taliban haben für die Feiertage des Fastenbrechens eine Waffenruhe angekündigt. Nur Stunden zuvor ereignete sich im Südosten Afghanistans ein weiteres Bombenattentat.

Kurz vor dem Ende des Fastenmonats Ramadan und den damit verbundenen Feiertagen haben die radikal-islamistischen Taliban in Afghanistan eine dreitägige Waffenruhe angekündigt.

Das traditionelle Zuckerfest, auch Eid al-Fitr genannt, beginnt, wenn nach dem Ramadan zum ersten Mal die Mondsichel nach dem Neumond zu sehen ist. Ab dann solle der Waffenstillstand gelten, kündigten die Taliban an. Also voraussichtlich ab Mittwoch oder Donnerstag.

Alle Kämpfer der Taliban seien in den drei Tagen angewiesen, landesweit offensive Operationen einzustellen, damit ihre Landsleute das Fest des Fastenbrechens friedlich und sicher feiern könnten. Den Mitgliedern der Miliz wurde es untersagt, in dieser Zeit von der Regierung in Kabul kontrollierte Gebiete zu besuchen. Im Gegenzug solle kein "feindliches Personal" in Regionen gelangen, die unter der Kontrolle der Taliban stehen.

Bereits in der Vergangenheit hatten die Taliban zum Ende des Ramadans das Feuer eingestellt.

Militäroffensiven in mehreren Provinzen

Seit Beginn des Abzugs der NATO-Truppen Anfang Mai hatten die Spannungen in Afghanistan wieder zugenommen. Die Taliban starteten in mehreren Provinzen Offensiven. Bis zum Herbst soll der internationale Truppenabzug abgeschlossen sein. Deutschland will bis Anfang Juli alle der 1100 in dem Land stationierten Soldaten zurückholen.

Die Ankündigung des Waffenstillstands erfolgte nur wenige Stunden, nachdem im Südosten Afghanistans bei einem weiteren Anschlag mindestens elf Menschen getötet wurden. Bei dem Attentat wurde in der Provinz Sabul ein Bus von der Explosion einer Bombe erfasst, die am Straßenrand detoniert war. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mindestens 28 Menschen verletzt.

Mehr als 50 Mädchen bei Anschlag auf Schule getötet

Zuvor hatte es am Wochenende in der Hauptstadt Kabul einen der schlimmsten Anschläge in dem Land seit mehr als einem Jahr gegeben. Vor einer Mädchenschule war eine Autobombe explodiert. Als die zwischen Schülerinnen ins Freie flüchteten, gingen zwei weitere Sprengsätze hoch. Mehr als 50 Mädchen kamen ums Leben, viele von ihren zwischen elf und 15 Jahren alt.

Die Regierung macht die Taliban für das Attentat verantwortlich. Die radikal-islamistische Miliz wies die Verantwortung aber zurück und verurteilte ihrerseits den Anschlag.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Mai 2021 um 08:00 Uhr.