Beerdigung von Opfern eines Anschlags in Afghanistan | Bildquelle: AP

Afghanistan Mehr als 20 Tote bei Taliban-Angriffen

Stand: 26.04.2018 14:05 Uhr

Nur einen Tag nachdem die Taliban in Afghanistan ihre "Sommeroffensive" verkündet haben, töteten Kämpfer in mehreren Provinzen mehr als 20 Menschen. Neben Soldaten zählten auch Dorfbewohner zu den Opfern.

Die radikal-islamischen Taliban haben in der Nacht und am Morgen mehrere Angriffe in verschiedenen Provinzen Afghanistans verübt. Dabei kamen Behördenangaben zufolge mindestens 24 Menschen ums Leben.

Die meisten Opfer starben, als die Kämpfer der Terrorgruppe mehrere Sicherheitsposten in der Provinz Kundus überfielen. Der Provinzrat sprach von mindestens zwölf getöteten Soldaten. In der Region sind auch deutsche Soldaten im Einsatz, die Truppen des afghanischen Militärs ausbilden.

Auch im nördlichen Baghlan griffen die Taliban örtlichen Behörden zufolge militärische Posten an - dabei kamen zwei Soldaten ums Leben. Im Osten des Landes sollen Taliban-Mitglieder den stellvertretenden Gouverneur der Provinz Logar erschossen haben.

Des Weiteren attackierten die Taliban in der westafghanischen Provinz Fariab ein Dorf und töteten nach Angaben des dortigen Provinzrats bis zu zehn Männer. Das Dorf soll von einem Mann geführt worden sein, den die Taliban als Feind angesehen haben.

Auch in Parwan, nahe der Hauptstadt Kabul soll es schwere Gefechte gegeben haben. Ob auch hier Menschen ums Leben kamen, ist nicht bekannt.

"Sommeroffensive" trotz Gesprächsangebot

Erst am Mittwoch hatten die Taliban den Beginn ihrer jährlichen "Sommeroffensive" verkündet, die laut der Gruppierung vor allem auf in dem Land stationierte US-Soldaten abzielen soll. Im Februar hatte der afghanische Präsident Aschraf Ghani den Taliban Friedensgespräche angeboten, die die Kämpfer jedoch als "Verschwörung" ablehnten. Die Regierung wolle nur von der "illegalen Besetzung des Landes durch ausländische Truppen ablenken", hieß es in einer von den Taliban veröffentlichten Erklärung.

Polizeikontrolle in Afghanistan | Bildquelle: GHULAMULLAH HABIBI/EPA-EFE/REX/S
galerie

Die Sicherheitskräfte in Afghanistan haben ihre Kontrollen verstärkt.

Die USA hatten heftig kritisiert, dass die Taliban trotz angebotener Verhandlungen ihre Angriffe intensivieren wollen. Ghani hätte eine "historische Einladung" ausgesprochen, sagte der amtierende US-Außenminister John Sullivan. Für die "Sommeroffensive" gebe es "keine Rechtfertigung". Das Außenministerium geht davon aus, dass die afghanische Regierung mittlerweile die Kontrolle über mehr als die Hälfte ihres Landes verloren hat. Am Freitag will die NATO über die Lage in Afghanistan diskutieren.

Darstellung: