Afghanistans Präsident Ghani spricht bei der Großen Ratsversammlung | Bildquelle: AP

Ratsversammlung in Afghanistan Loja Dschirga fordert Dialog mit Taliban

Stand: 03.05.2019 14:48 Uhr

Die Große Ratsversammlung in Afghanistan ist mit einer Forderung nach einem umfassenden Waffenstillstand zu Ende gegangen. Die Delegierten forderten Regierung und Taliban auf, einen dauerhaften Frieden zu verhandeln.

Nach fünftägigen Beratungen hat die Große Ratsversammlung in Afghanistan einen umfassenden Waffenstillstand gefordert. Die 3200 Delegierten der "Loja Dschirga" forderten die Regierung und die Taliban in ihrer Abschlusserklärung auf, den Krieg zu beenden und einen dauerhaften Frieden durch einen innerafghanischen Dialog zu erreichen.

Staatspräsident Aschraf Ghani erklärte bei der Abschlusszeremonie, die Botschaft der fünftägigen Versammlung sei eindeutig: "Afghanen wollen Frieden." Ghani kündigte an, vor dem in den kommenden Tagen beginnenden muslimischen Fastenmonat Ramadan mehr als 150 inhaftierte Taliban freizulassen. Mit dem Beginn des Ramadans soll laut der Abschlusserklärung auch ein Waffenstillstand beginnen. Ghani betonte, dass dieser nicht einseitig sein würde: "Ich möchte den Taliban sagen, dass die Wahl jetzt in ihren Händen ist", sagte der Staatspräsident.

Der afghanische Präsdient Aschraf Ghani | Bildquelle: JAWAD JALALI/EPA-EFE/REX
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"Afghanen wollen Frieden", beschrieb Präsident Ghani die Botschaft der Versammlung.

Verhandlungsteam für Friedensgespräche

Die Große Ratsversammlung war einberufen worden, um eine Verhandlungsgrundlage für etwaige Gespräche mit den radikalislamischen Taliban zu schaffen. Bei den Taliban-Gegnern in der Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft herrschte darüber Uneinigkeit. Mehrere namhafte Politiker und Präsidentschaftskandidaten boykottierten die Dschirga, darunter der Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah.

In ihrer Abschlusserklärung forderten die Delegierten, dass Vorbereitungen für die Eröffnung eines politischen Büros der Taliban getroffen werden. Außerdem forderten sie die Einsetzung eines inklusiven und für alle Afghanen repräsentativen Verhandlungsteams für mögliche Friedensgespräche. Bisher weigern sich die Taliban, offizielle Gespräche mit der afghanischen Regierung aufzunehmen. Sie sprechen allerdings mit den USA über eine politische Beilegung des Konflikts.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Mai 2019 um 13:00 Uhr.

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