Bewohner suchen in den Trümmern eines Dorfes unter Schnee | Bildquelle: AFP

Afghanistan, Pakistan und Iran Tote durch Lawinen und Regen

Stand: 14.01.2020 14:44 Uhr

Heftiger Schneefall, Kälte und Überschwemmungen: In Pakistan, Afghanistan und dem Süden des Iran sind mehr als 110 Menschen ums Leben gekommen. In der Region Kaschmir verschüttete eine Lawine ein ganzes Dorf.

Infolge von Schneefällen und Überschwemmungen sind in Pakistan, Afghanistan und Iran in den vergangenen Tagen mehr als 110 Menschen ums Leben gekommen. Aus Pakistan meldeten die Behörden insgesamt mindestens 75 Todesopfer, 64 Verletzte sowie einige Vermisste. In Afghanistan starben 39 Menschen aufgrund der Wetterbedingungen, mindestens 60 Menschen trugen Verletzungen davon.

Lawinen in Kaschmir

Besonders stark betroffen ist in Pakistan die Region Kaschmir: Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde kamen dort mindestens 55 Menschen ums Leben. So löste im dortigen Neelum-Tal heftiger Schneefall mehrere Lawinen aus. Eine davon habe in der Nacht ein Dorf verschüttet. Rettungskräfte und Militär seien im Einsatz. Mindestens zehn Personen würden noch vermisst. Die Rettungskräfte setzten schwere Maschinen und Hubschrauber ein.

Auch eine Versorgung von Menschen in abgelegenen Bergdörfern mit Essen und Medikamenten ist laut Behörde angelaufen. Kleinere Lawinenabgänge und Erdrutsche haben mehrere Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. In der Region hatte es seit rund einer Woche heftig geschneit und geregnet.

Bagger beseitigen Schneemassen | Bildquelle: AMIRUDDIN MUGHAL/EPA-EFE/REX
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Im Neelum-Tal in Kaschmir setzen die Helfer auch Bagger gegen die Schneemassen ein.

Neben Kaschmir ist auch die südpakistanische Provinz Baluchistan von den schweren Schneestürmen betroffen. Mindestens 20 Menschen seien im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet binnen 48 Stunden ums Leben gekommen, sagte der Chef der örtlichen Rettungskräfte. Diese arbeiteten auf Hochtouren, um Dutzende Menschen zu retten, die in ihren Autos oder in Reisebussen in den Schneemassen steckengeblieben seien oder deren Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten seien.

Kälte und Schnee in Afghanistan

Auch das Nachbarland Afghanistan leidet unter heftigem Schneefall, einem Kälteeinbruch und Regen seit etwa zwei Wochen: Dort wurden mehr als 300 Häuser zerstört oder beschädigt, wie der Sprecher der afghanischen Katastrophenschutzbehörde mitteilte.

Die meisten der 39 Todesopfer kamen den Angaben zufolge durch unter der Schneelast zusammenbrechende Dächer um. Besonders schlimm war den Angaben zufolge die Lage in den südlichen Provinzen Kandahar, Helmand, Sabul sowie in Herat im Westen Afghanistans.

Menschen waten in der Provinz Kandahar in Afghanistan durch knöchel- bis knietiefes Wasser | Bildquelle: AFP
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Wie hier in der Provinz Kandahar in Afghanistan gibt es je nach Region auch Überschwemmungen.

Überschwemmungen im Iran

Aus dem Süden des an Afghanistan und Pakistan grenzenden Iran wurden schwere Überschwemmungen mit mindestens drei Todesopfern gemeldet. Ein weiterer Mensch werde vermisst, berichteten iranische Staatsmedien. Hunderte Dörfer seien wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten. In den Provinzen Hormusgan, Kerman und Sistan-Baluchistan seien den Bewohnern überschwemmter Städte Boote und Hubschrauber zur Hilfe geschickt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Irna.

Die Stadt Kasr-e Oand in Sistan-Baluchistan sowie 40 umliegende Dörfer hätten die Rettungskräfte aber noch nicht erreichen können. Vize-Gesundheitsminister Aliresa Raisi erklärte, durch die Überschwemmungen hätten mehr als 20.000 Menschen in Dörfern von Sistan-Baluchistan ihre Häuser verloren. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarid hatte bereits gestern im Onlinedienst Twitter geschrieben, dass Sistan-Baluchistan unter "nie da gewesenen Überschwemmungen" mit "bedeutenden" Opfern und Schäden leide.

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