Afghanische Zivilisten ermordet US-Soldat gesteht Massaker

Stand: 15.03.2019 20:57 Uhr

Robert Bales vor Gericht
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Gerichtszeichnung von Robert Bales: Die afghanischen Hinterbliebenen forderten die Todesstrafe.

Im US-Militärverfahren um eines der schlimmsten Kriegsverbrechen im Afghanistan-Konflikt hat sich der angeklagte Soldat schuldig bekannt. Der 39-jährige Feldwebel Robert Bales räumte vor einem Militärgericht im US-Bundesstaat Washington ein, im März 2012 in der südafghanischen Provinz Kandahar 16 Zivilisten erschossen zu haben. Dem Soldaten wird auch versuchter Mord in sechs Fällen vorgeworfen. Mit dem Geständnis dürfte Bales der Todesstrafe entgehen.

Im Gegenzug habe die Staatsanwaltschaft zugesichert, keine Hinrichtung anzustreben. Die Anklage hat diese Abmachung allerdings noch nicht offiziell bestätigt. Das Strafmaß soll am 19. August von einer zwölfköpfigen Jury verhängt werden. Sie wird dann entscheiden, ob Bales eine lebenslange Haftstrafe mit oder ohne der Möglichkeit einer Begnadigung bekommt. Die Hinterbliebenen der Opfer hatten ein Gerichtsverfahren in Afghanistan und die Todesstrafe gefordert.

Im voll besetzten Gerichtssaal auf der Militärbasis Lewis-McChord südlich von Seattle gaben Bales' Anwälte das Schuldbekenntnis zu Protokoll. Warum er die Menschen getötet habe, könne er nicht sagen. "Ich habe mir diese Frage seither eine Million Mal gestellt", erklärte er. "Es gibt keinen guten Grund in dieser Welt, warum ich die schrecklichen Dinge getan habe."

Zwei Mal zu Massakern aufgebrochen

Bales wird zur Last gelegt, in der Nacht des 11. März 2012 zwei Mal von einem US-Außenposten im Bezirk Pandschwai zu Massakern in umliegende Dörfer aufgebrochen zu sein. Unter den insgesamt 22 Toten und Verletzten waren 17 Frauen und Kinder. Mehrere der Leichen soll Bales angezündet haben.

Bei einer Gerichtsanhörung im November hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, dass Bales das "abscheuliche und verachtenswerte" Massaker bei klarem Verstand begangen habe. Die Verteidigung hatte dagegen zunächst argumentiert, dass sich der zweifache Familienvater an nichts erinnern könne. Bales sei bei einem früheren Einsatz im Irak am Kopf verletzt worden und leide unter einem posttraumatischen Stresssyndrom. Bales war zu dem Zeitpunkt des Massakers zum vierten Mal zum Kampfeinsatz in Afghanistan. Bis dahin war er bereits zehn Jahre Soldat gewesen, ohne besonders aufzufallen.

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