Mehr als 3000 Delegierte für den Frieden in Loja Dschirga in Afghanistan. | Bildquelle: dpa

Loja Dschirga in Afghanistan Mehr als 3000 Delegierte für den Frieden

Stand: 29.04.2019 11:24 Uhr

Die Loja Dschirga ist in Afghanistan immer dann gefragt, wenn große Veränderungen anstehen. Dieses Mal entscheiden die mehr als 3000 Delegierten über Friedensgespräche mit den Taliban.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu Delhi

Während in Kabul unter massiven Sicherheitsvorkehrungen die Große Ratsversammlung begonnen hat, die sogenannte Loja Dschirga, wächst bei vielen Afghanen die Sorge, dass die in den vergangenen Jahren gewonnenen Freiheiten wieder verloren gehen könnten. Vor allem die Frauen in Afghanistan fürchten, dass ihre Rechte einer Friedensvereinbarung mit den Taliban geopfert werden könnten.

Im großen Versammlungszelt der Loja Dschirga beraten heute und in den nächsten Tagen mehr als 3000 Delegierte aus dem ganzen Land über Rahmenbedingungen für Frieden mit den Taliban. Unter ihnen sind Politiker, Geistliche, Lehrer und Aktivisten.

Große Ratsversammlung Loja Dschirga tagt in Kabul
tagesschau 20:00 Uhr, 29.04.2019, Sibylle Licht, ARD Neu Delhi

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Frauen wollen um ihre Rechte kämpfen

Auch unter den Delegierten gibt es konservative Kräfte, denen etwa die Freiheiten für Frauen viel zu weit gehen.

Die Frauen in Afghanistan müssten um ihre Rechte kämpfen, sagte die Aktivistin Suraya Pakzad einem Reporter der Nachrichtenagentur AP. Diese Rechte seien in Gefahr, auch wenn sie in der Verfassung verankert seien.

"Wir dürfen nicht darauf warten, dass uns unsere Rechte auf einem silbernen Tablett serviert werden. So wie das im Jahr 1996 passiert ist, als die Taliban an die Macht kamen. Diesmal müssen wir für unsere Rechte kämpfen. Und wir müssen die internationale Staatengemeinschaft dazu bringen, dass sie auf uns hört. Wir gehen nicht zurück zu der Situation von damals."

Taliban nicht dabei

Die Taliban, die an der Loja Dschirga nicht teilnehmen, haben nicht nur andere Vorstellungen für die künftigen Rechte der Frauen, als die derzeit gültige Verfassung Afghanistans. Sie forderten bei den bisherigen Gesprächen mit den USA vor allem einen baldigen Abzug der ausländischen Truppen. Der US-Sondergesandte, Zalmay Khalilzad, der seit Monaten die Gespräche führt, sagte in einem Interview mit dem afghanischen Fernsehsender TOLO News, es werde keinen Abzug geben, solange es keinen Frieden in Afghanistan gebe.

"Wir wollen Frieden in Afghanistan erreichen, wir wollen eine politische Lösung. Es geht nicht um einen Rückzug, sondern um Frieden. Erst ein anhaltender Waffenstillstand und Frieden öffnen die Möglichkeit für einen Rückzug der US-Truppen."

Die Große Ratsversammlung in Kabul soll unter anderem die roten Linien für die geplanten Friedensbesprächen zwischen der Regierung und den Taliban festlegen.

Letzte Versammlung fand 2013 statt

Loja Dschirgas werden in Afghanistan regelmäßig einberufen, wenn große nationale Fragen geklärt werden sollen. Zuletzt tagte sie im Jahr 2013 und erlaubte es den US-Truppen, über den ursprünglich geplanten Abzugstermin im Jahr 2014 hinaus im Land zu bleiben.

Afghanistan: Ratsversammlung Loja Dschirga hat begonnen
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
29.04.2019 11:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. April 2019 um 06:09 Uhr.

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