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Unglück in Afghanistan Tote bei Einsturz einer illegalen Goldmine

Stand: 06.01.2019 16:21 Uhr

Afghanistan ist reich an Bodenschätzen. Immer wieder schürfen Bewohner selbst illegal nach Gold und Edelsteinen. Beim Einsturz eine Mine kamen mehr als 30 Menschen ums Leben.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Südasien

Beim Einsturz einer Goldmine in der nordafghanischen Provinz Badachschan sind nach unbestätigten Angaben mindestens 35 Menschen gestorben. Viele weitere wurden verletzt.

Bei dem Bergwerk handelte es sich nicht um einen offiziellen Schacht. Medienberichten zufolge hatten Dorfbewohner in einem trockenen Flussbett einen 60 Meter tiefen Schacht gegraben. Die Männer, die bei dem Einsturz ums Leben gekommen sind oder verletzt wurden, waren keine professionellen Bergleute.

Ein Polizist sichert den Anschlagsort im afghanischen Kandahar ab. | Bildquelle: AP
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Die afghanische Regierung hat nur Teile des Landes unter Kontrolle - das begünstigt den illegalen Bergbau.

Illegaler Bergbau

Die Bewohner der angrenzenden Dörfer versuchen seit Jahren, Gold aus dem Boden zu schürfen, ohne dass die afghanische Regierung dies kontrolliert. In Afghanistan ist illegaler Bergbau ein Problem. Schätzungen zufolge gibt es mindestens 2000 nicht-offizielle Abbauschächte für Gold und Edelsteine, neben Kupfer, Lithium, Uran und anderen Mineralien. Der Wert, der in Afghanistan vermuteten Bodenschätze wurde von den USA vor wenigen Jahren auf Milliarden US-Dollar geschätzt.

In einem Video der NATO sagte Drew Craig, ein Berater der afghanischen Behörde für Geologie, das Problem seien schlecht oder gar nicht ausgebildete Bergleute, fehlende Ausrüstung und natürlich die Sicherheitslage. "Die Geberländer für Afghanistan machen Druck, die Expertise im Bergbauministerium aufzubauen und die Technologie zu entwickeln, damit die Afghanen in die Lage versetzt werden, ihre Bodenschätze abzubauen."

Neue Lehrsäle

Auch Deutschland ist am Aufbau der Expertise beteiligt. Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat der Technischen Universität in Kabul erst vor wenigen Monaten fünf voll ausgestattete Lehrsäle für die Ausbildung von Geologen und Bergbau-Experten übergeben.

Damit sollen die Voraussetzungen für eine künftige landesweite Bergbau-Industrie geschaffen werden, sagt Esmatullah Danish, ein Dozent der Kabul Polytechnic University in einem Informationsvideo der GIZ: "Wir konnten unsere Studenten lange nicht ausbilden, weil unsere Labore durch den Krieg zerstört wurden", so Danish.

Afghanistan - Dutzende Tote bei Einsturz einer illegalen Goldmine
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
06.01.2019 15:56 Uhr

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