Taliban vor einem Krankenhaus, in das die Verletzten gebracht werden | AFP

Nordafghanistan Viele Tote bei Anschlag auf Moschee

Stand: 23.04.2022 16:11 Uhr

Erneut wird Afghanistan von einem Anschlag erschüttert: Nördlich von Kundus sind mindestens 33 Menschen in einer Moschee mit Religionsschule getötet worden. Die meisten Opfer seien Schüler, hieß es von den Taliban.

Bei einer Explosion in einer Moschee im Norden Afghanistans sind mindestens 33 Menschen getötet und mindestens 43 verletzt worden.

Karte: Imam Saheb, Afghanisten

Die Explosion habe sich während des Freitagsgebets in dem Ort Imam Saheb in der Provinz Kundus ereignet, erklärte ein Sprecher der Taliban bei Twitter. Zu der Moschee gehöre eine Religionsschule, die meisten Opfer seien Schüler, hieß es weiter. Bisher bekannt sich noch niemand zu der Tat.

Bei einem Anschlag in einer schiitischen Moschee in Masar-i-Scharif und einem weiteren in Kundus waren am Donnerstag bereits insgesamt mindestens 16 Menschen getötet worden.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte beide Taten für sich. Einst für besiegt erklärt, ist der IS heute weiter aktiv und verübt regelmäßig Anschläge gegen Schiiten und die Taliban.

EU verurteilt Gewalttaten

Die EU verurteilte die jüngsten Anschläge. Gebetsstätten anzugreifen, stelle eine Verletzung des Völkerrechts und der Menschenrechte dar und sei überdies "ein Verbrechen in der heiligen Religion des Islam", sagte Peter Stano, Sprecher des Auswärtigen Dienstes der EU, in Brüssel.

Die islamistischen Taliban hatten nach dem Abzug der internationalen Truppen im August 2021 wieder die Macht in Afghanistan übernommen. Experten befürchten, dass es wegen der Rivalität mit anderen Extremistengruppen zu noch mehr Gewalt kommen könnte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. April 2022 um 20:00 Uhr.