Karte Afghanistan mit Provinz  Nangarhar

Afghanistan Soldaten bei Taliban-Anschlag getötet

Stand: 30.01.2021 13:07 Uhr

Trotz des vor knapp einem Jahr geschlossenen Friedensabkommens gibt es in Afghanistan fast täglich Angriffe der Taliban. Nun sind mehrere Sicherheitskräfte bei einem Anschlag auf einen Militärstützpunkt getötet worden.

Bei einem Anschlag der radikalislamischen Taliban auf einen Militärstützpunkt in Afghanistan sind mindestens acht Sicherheitskräfte getötet worden. Ein Selbstmordattentäter fuhr mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in den Stützpunkt im Osten des Landes, wie das Büro des Gouverneurs der Provinz Nangarhar mitteilte.

Kurz zuvor hatten sich die US-Regierung und die Taliban gegenseitig Verstöße gegen das im Februar vergangenen Jahres unterzeichnete Friedensabkommen vorgeworfen.

Taliban bekennen sich zur Tat

Der stellvertretende Leiter des Provinzrats von Nangarhar bestätigte den Angriff. Er sprach von 15 toten Soldaten und fünf Verletzten. Örtliche Sicherheitskreise bestätigten einen Bombenanschlag auf den Stützpunkt, ohne jedoch weitere Details zu nennen.

Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Ihr Sprecher Sabihullah Mudschahid gab die Anzahl der Toten und Verletzten mit insgesamt 50 an.

Das Büro des Gouverneurs teilte mit, dass Sicherheitskräfte ein weiteres mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in der Nähe der Stadt Dschalalabad beschlagnahmt hätten. In der Provinz Nangarhar gab es in letzter Zeit mehrere tödliche Anschläge, die allerdings von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verübt wurden.

Täglich Angriffe trotz Friedensabkommen

Trotz des vor knapp einem Jahr geschlossenen Friedensabkommen zwischen den Taliban und Washington gibt es nahezu täglich Angriffe der Aufständischen auf Sicherheitskräfte. Mit dem Abkommen verpflichteten sich die Taliban, die Gewalt in Afghanistan deutlich zu reduzieren und direkte Gespräche mit der Regierung in Kabul aufzunehmen. Die seit September laufenden Verhandlungen sind allerdings bislang ergebnislos verlaufen. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban weiterhin ab.

Die USA stehen kurz vor dem Abzug von weiteren 2500 Soldaten aus dem Land. Die neue US-Regierung unter Präsident Joe Biden hatte den Taliban am Donnerstag vorgeworfen, die Gewalt nicht zu verringern. Die Aufständischen wiederum erklärten, die USA würden gegen das Abkommen verstoßen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Januar 2021 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.