Ein Taliban-Kämpfer bewacht den Ort einer Explosion in Kabul, Afghanistan. | REUTERS

Afghanistan Tote bei Explosion in Masar-i-Scharif

Stand: 21.04.2022 15:49 Uhr

Bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee in Masar-i-Scharif sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Auch in der afghanischen Hauptstadt Kabul und in Kundus gab es Explosionen mit Toten und Verletzten.

Bei Anschlägen in mehreren Großstädten Afghanistans sind mindestens 28 Menschen getötet worden. In der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif starben mindestens 20 Menschen bei einer Explosion in einer schiitischen Moschee, wie ein Arzt in der Provinzhauptstadt der Nachrichtenagentur dpa sagte. Es habe 60 Verletzte gegeben. 32 Menschen seien in ein örtliches Krankenhaus gebracht worden, sagte der Gesundheitsdirektor der Provinz, Nadschibullah Tawana.

Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf einen Sprecher der Taliban-Polizei der Provinz Balch zehn Tote und 15 Verletze. Augenzeugen schätzten die Zahl der Opfer deutlich höher ein und sprachen von mindestens 50 Toten.

Karte: Afghanistan mit den Städten Mazar-i-Sharif, Kundus und Kabul

Masar-i-Scharif und Kundus waren lange Zeit Standorte der Bundeswehr in Afghanistan. Im Sommer 2021 zogen die internationalen Truppen nach 20 Jahren aus Afghanistan ab, die Taliban übernahmen daraufhin die Regierung in Kabul.

IS reklamiert Anschlag für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Attacke für sich. IS-Kämpfer hätten eine Tasche mit einer Bombe in der Moschee platziert, die dann ferngezündet worden sei, schrieb die Miliz im Onlinedienst Telegram. Zur Gebetszeit explodierte ein improvisierter Sprengsatz in der Moschee im Stadtzentrum, wie ein Taliban-Vertreter erklärte.

Sicherheitskräfte der Taliban sperrten das Gebiet demnach ab und nahmen Menschen vor Ort die Handys ab.

Detonationen auch in Kabul und Kundus

Auch in der Hauptstadt Kabul und in der nördlichen Provinz Kundus gab es Explosionen mit Verletzten. Unter den Opfern in Kabul sind nach Angaben eines Polizeisprechers mindestens zwei Kinder. Der Sprengsatz sei auf dem Mittelstreifen einer Straße im vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadtviertel Dascht-e-Barchi detoniert. Zu dem Anschlag bekannte sich bislang niemand.

Bei einer weiteren Explosion in Kundus, das ebenfalls im Norden Afghanistans liegt, wurden nach unterschiedlichen Angaben mindestens vier Menschen getötet und 18 verletzt. Die Opfer seien in Krankenhäuser in Kundus eingeliefert worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers sei eine an einem Fahrrad befestigte Bombe explodiert. Der Anschlag habe sich gegen ein Fahrzeug mit Mechanikern einer Taliban-Militäreinheit gerichtet.

Anschlag auf Schule in Kabul

Masar-i-Scharif und Kundus waren lange Zeit Standorte der Bundeswehr in Afghanistan. Im Sommer vergangenen Jahres zogen die internationalen Truppen nach 20 Jahren aus Afghanistan ab, die radikalislamischen Taliban übernahmen daraufhin die Regierung in Kabul.

Bereits am Dienstag hatte es in der Hauptstadt Kabul einen verheerenden Anschlag auf eine Schule gegeben, bei dem zahlreiche Menschen getötet wurden. In örtlichen Berichten war die Rede von bis zu 25 Toten, genaue Informationen gaben die Behörden nicht bekannt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. April 2022 um 14:00 Uhr.