Ein Patrouillenschiff fährt mit zwei Begleitbooten auf dem Ärmelkanal Streife. | Bildquelle: dpa

Bootsflüchtlinge im Ärmelkanal Frankreich kündigt Aktionsplan an

Stand: 04.01.2019 22:42 Uhr

Mehr Einsatzkräfte, mehr Technik: Frankreich will die illegale Migration über den Ärmelkanal eindämmen. Sie sei nicht nur verboten, sondern auch gefährlich, warnt Innenminister Castaner.

Frankreich will mehr Migranten davon abhalten, in Booten illegal den Ärmelkanal zu durchqueren. Innenminister Christopher Castaner kündigte mehrere Maßnahmen an. Er nannte die Überquerungen des Kanals nach Großbritannien nicht nur verboten, sondern auch "extrem gefährlich".

Die Häfen von Calais und Boulogne sollen demnach besser befestigt werden. Auch Strände und andere Orte, an denen Boote ablegen können, sollen dem Ministerium zufolge stärker abgesichert werden. Castaner kündigte mehr Sicherheitskräfte an Land und den Einsatz von Militär- und Polizeischiffen an. Außerdem soll rund um die Uhr aus der Luft überwacht werden.

Kampf gegen Menschenschmuggel

Im vergangenen Jahr zählten französische Behörden 40 illegale Überquerungen des Ärmelkanals. 31 Versuche seien gescheitert. 276 Migranten gelang es demnach, die britische Küste zu erreichen, während 228 aufgehalten worden seien. Es müsse alles getan werden, damit keine neuen Schleppernetzwerke entstünden, erklärte Castaner.

Die Zahl der Migranten, die über Frankreich illegal nach Großbritannien gelangen wollen, steigt seit Monaten. Beide Länder vereinbarten eine engere Zusammenarbeit, um die illegale Migration über den Ärmelkanal einzudämmen. Die Überfahrt ist unter anderem wegen des starken Schiffsverkehrs, starker Strömungen und niedriger Temperaturen gefährlich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Januar 2019 um 22:00 Uhr und 23:00 Uhr in den Nachrichten.

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